Dakini

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Dakinis (Sanskrit: die sich im Raum bewegt;Himmelstänzerin - Pali : ḍāginī; tib.: Khandroma, khachöma; Wylie: mkha' 'gro ma THL Khadroma : Luft-“ oder „Himmelswandlerin; pinyin: Kōngxíng Mǔ;) sind weibliche Yidams, die sowohl im Buddhismus als auch im Hinduismus vorkommen.
Der männliche Gegenpart zur Dakini ist als Daka(Daki) bekannt, er hatte aber sowohl im Hinduismus als auch in Tibet wenig Bedeutung.

Hinduismus

Shyama mit Dakini

Dakini, Rakini, Lakini, Kakini, Shakini, und Hakini sind im Hindu - Tantra die Shaktis oder Kräfte, welche die verschiedenen entwickelten Chakras kontrollieren.

Im Muladhara regiert die rote Devi Dakini (Sat-Cakra-Nirupana Tantra), die der Narodakini des Vajrayana ähnelt. Ein Mantra ist Om Dam Dakinyai Namah.

Nach der Legende waren Dakini und Shakini auch die Frauen von Tripurasura[1].

Buddhismus

Im Vajrayana unterliegen die Dakinis einer komplizierteren Symbolik.

Dakini aus Tibet mit Schädelschale und Schädelkette bis zu den Füßen

Eine Aufgabe der tantrischen Dakinis als Yidam ist es hier, die durch die Visualisierungspraxis befreiten Kräfte zu integrieren und verderbliche Emotionen und Gedanken in reines Bewusstsein zu transformieren. Ihre Nacktheit symbolisiert den von Unreinheit befreiten Geist. Im Dzogchen gehört die ḍākinī daher zu den höchsten Stufen der Entwicklung (chöpa; spyod pa).

Wenn die Praktiken der Vollendungsphase gemeistert wurden und wir die Kontrolle über unsere subtilen Energiewinde und so weiter erlangt haben, wird es eine Zeit geben, in der die Dakas und Dakinis kommen werden. Eine solche Begleitung physisch zu umarmen, ist notwendig, um all die durchdringende Energie in den Zentralkanal zu bringen, eine Voraussetzung für die Öffnung des Herzzentrums und um das tiefste Lichtniveau zu erfahren (Yeshe, Lama; Introduction to Tantra: The Transformation of Desire, Wisdom Publications S. 135).
Dabei ist Karma-Mudra die Praxis mit einer körperlichen Dakini (nicht mit einer unentwickelten einfachen Frau) und Jnana-Mudra die Praxis mit einer vorgestellten Dakini, die im Dzogrim eher praktiziert wird. Die Karma-Mudra kann sich aber auch auf den eigenen körperlichen Kreislauf - Aspekt der vorderen Neben-Chakras oder Kshetras beziehen.(Eine stundenlange sexuelle Erregung mancher tantrischer 'Praktiker' stimuliert negative Kräfte, die nur mit extremem Aufwand transformiert werden können, und sie ist daher eine Verirrung in eine All-Lust statt in die All-Liebe, auf deren Problematik auch Sri Aurbindo verwies.)

Japanische Dakini - auf einem weissen Fuchs reitend

Die vier Mahayana - Klassen von Dakinis sind

  1. geheime Prajnaparamita (Vollkommenheit der Weisheit)
  2. innere - Dakini des Mandala - Als Meditationsgottheit ist sie voll erleuchtet und spielt die Rolle eines Helfers für den Praktizierenden bei der Erkennung seiner Buddhaschaft
  3. äußere physische Form der Dakini -- Diese physische Form wird durch die tantrische Vollendungsstufe erreicht.
  4. äussere-äussere (Yogini)

Die mittlere Klasse der Dakinis ist mit 24 heiligen Orten verbunden, die auch in Beziehung zu Aspekten des feinstofflichen Körpers stehen und in bestimmten tantrischen Meditationen visualisiert werden. Ihr Gipfel ist Samantabhadri.

Die höchste Dakiniklasse sind spontan erleuchtete Wesen und Ausstrahlungen des Dharmakaya.

Mutterdakinis

Die 5 tibetischen Mutterdakinis werden als aus der Leere emaniert betrachtet. Ihr reines Land ist Khechara(Sansk. Vogel, im Luftraum bewegend, Götterbote). Jdem Dhyani - Buddha wird eine Dakini zugeordnet.

  • Grosse Mutter Prajnaparamita - auch : Tröma Nagmo - zornvolle große schwarze Mutter
  • Weisse Buddha-Dakini ('Machig Labkyi Dronma'). Sie spielt ein damaru mit der rechten Hand und hält eine Glocke.
  • Blaue Vajra-Dakini : Osten, Versöhnlichkeit, Liebe, weiss oder blau. Sie hält ein Vajra in der Rechten.
  • Gelbe Ratna(wertvolle)-Dakini : Süden, Erhabenheit und Mitgefühl . Sie hält ein Juwel in der Rechten.
  • Grüne Karma-Dakini : Norden, Strenge und Unparteilichkeit. Sie hält ein Schwwert in der Rechten.

Alle großen Mutterdakinis haben Glocken in der linken Hand. Sie werden mit einem Gesicht, drei Augen und zwei Armen dargestellt und stehen in Tanzposition auf dem linken Fuß.
Sie haben die Erscheinung von sechzehnjährigen Mädchen mit langem in einem Knoten gebundenem Haar. Sie sind mit 6 Knochenornamenten geschmückt und haben ein weisses OM an ihrer Krone, ein rotes AH an ihrem Hals und ein blaues Hum an ihrem Herzen, von dem ein weisses Licht ausstrahlt.

Trikaya - Klassifizierung

Die Dakinis lassen sich auch nach den drei Trikayas klassifizieren. Die diesbezügliche Zuordnung der verschiedenen Dakinis variiert linienabhängig.

Als Sambhogakaya-Dakini werden angesehen :

  • Vajrayogini
  • Sarva buddha dakini oder Narodakini
  • Vajravarahi (Sans.: Vajravârâhî; tibetisch: Dorje Phagmo; Diamantsau)
  • Simhamukha (Sans.: Löwengesicht, tib.: seng ge'i gdong can ma)
  • Gyuma Chenmo und Seljé Dö Drelma als Traumyoga - Dakinis
  • Buddha-Dakini - repräsentiert das Zentrum, Erleuchtung, und ihre Farbe ist dunkelblau. Sie verleiht Langlebigkeit und ermöglicht die Wiedergeburt im Dakini-Paradies. Sie wird als majestätisch schön und anmutig beschrieben
  • Vajra - Dakini - rote Hautfarbe - verhindert Absturz in die niederen Ebenen[2].
  • Kurukulla zertritt als Dakini den Asura Rahu, der die Sonne verschlingt.
  • Ratna ('unschätzbar') - Dakini - goldene Hautfarbe - verleiht Wohlstand und verhindert die Wiedergeburt in den Höllen
  • Padma - Dakini - - rosafarbene Haut - Westen, Faszination und Zuneigung - kann eine Wiedergeburt in niederen Ebenen verhindern
  • Karma - Dakini - weiße Hautfarbe - verleiht weltlichen Erfolg, ermöglicht Wiedergeburt im menschlichen Daseinsbereich.
  • Dorje Palmo - weiße Hautfarbe

Auf Beschreibungen von inkarnierten Dakinis wie Yeshe Tsogyal und Dakinis als Helfern auf dem Pfad wird hier bewusst verzichtet !

Phramenma Dakinis

Diese tierköpfigen und fleischfressenden Dakinis erscheinen zusammen mit Schützergottheiten am 12. Tag des Bardo. Sie stellen sog. schreckliche Aspekte der dortigen 8 friedvollen Bodhisattva - Dakinis (Lasya, Pushpa, Mala, Dhupa, Gita, Aloka, Gandha, Naivedya) dar.

  • Srgalamukhi, Hyäne oder Fuchs mit schwarzer Haut(Westen)
  • Kakamukhi, Krähenkopf mit schwarzer Haut(kapala und kartrika)
  • Svamukhi, Wolfskopf mit dunkelblauer Haut(Norden)
  • Ulumukhi, Eulenkopf mit dunkelblauer Haut, mit Kapala und Khadga (Schwert)
  • Simhamukhi, löwenköpfig mit kastanienbrauner Haut (Osten)
  • Grdhramukhi, Geier-Kopf mit gelb-weißer Haut
  • Vyaghramukhi, Tigerkopf mit roter Haut(Süden)
  • Kankamukhi, Vogelkopf mit dunkelroter Haut

Mantras

Mantras einiger tibetischer Dakinis :

  • Om vajra dakini hum Phat
  • Om ratna
  • Om padma
  • Om karma dakini hum phat sava siddhi hum
  • Weitere Dakini Mantras in 'Mantras - eine Dharani-Sammlung für die Vajrayana-Praxis'

Literatur

Siehe auch

Weblinks

Weblinks