Vaishnavismus

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Der Vishnuismus oder Vaishnavismus (Sanskrit Vaiṣṇava : zu Vishnu gehörig) ist eine Richtung im Hinduismus, die Vishnu als höchstes Wesen ansieht und bis auf den Rig-Veda zurückgeht[1]. Die Anhänger werden als Vaishnavas oder Vishnuiten bezeichnet. Gott Vishnu gilt als höchste Authorität (paratattva), die das Universum erschafft, kontrolliert und schützt. Seine Verehrung und Sadhana führt zum höchsten spirituellen Gipfel(parama-purusartha)[2].

Strömungen

Der Vishnuismus setzt sich aus mehreren Strömungen unterschiedlichen Ursprungs zusammen.

Die drei Hauptströmungen

  1. Acintyabhedabheda (Sri Chaitanya Mahaprabhu) - bengalisches Gaudiya Vaishnava. Das Sātvata-Tantra des Gauḍīya beschreibt drei Formen von Vishnu : Mahavishnu, Garbhodakśayī-Viṣṇu und Kṣīrodakaśāyī Vishnu.
  2. Visishtadvaita ( Sri Ramanuja )
  3. Dvaita

beziehen sich auf Vishnu, Vasudeva Krishna und Rama.

Es existieren anders ausgedrückt vier Sampradaya(Sampradāya) - Orden[3] bzw. Guru-Schüler-Nachfolgelinien, die auch im Padma Purana erwähnt werden :

  1. Shri-Sampradaya (Sri als Aspekt von Lakshmi ; Narayana als höchstes Wesen). Der bekannteste Vertreter war Ramanuja, der das Vishishta Advaita lehrte.
  2. Brahma-Sampradaya. Bekannte Vertreter des Dvaita sind Madhva (1238 –1317), der den Dualismus von Gott und der Welt (Prakriti) und den Seelen hervorhob(schrieb einen Kommentar zum Vedanta-Sutra namens Purnaprajna-Bhashya) und Krishna-Chaitanya (1486–1533) mit Betonung der Dualität aber auch gleichzeitigen Einheit von Gott, den Seelen und der Prakriti.
  3. Rudra-Sampradaya, eine nach Shiva benannte Schule. Bekannte Vertreter waren Vishnu Swami(13. Jh.)(Sarvajna-Bhashya Shuddha-Advaita), Sridhara Swami (1300 bis 1350)(Kommentar zum Bhagavata Purana) und Vallabhacharya(1479 – 1531). Das Rudra - Sampradaya betont die Verehrung von Radha und Krishna.
  4. Kumara-Sampradaya - (Radha Krishna): Der populärste Vertreter war Nimbārka(Nimbāditya, Niyamānanda) im 12ten Jh., der die Philosophie des Dvaita-Advaita(Dvaitadvaita vāda) der gleichzeitigen Einheit und Unterschiedlichkeit lehrte. Er schrieb einen Kommentar namens Parijata-Saurabha-Bhashya zu den Vedanta-Sutras.

Das Smarta Sampradaya zählt zum Advaita-Vedanta.

Sadhana

Die Sadhana mit dem Ziel von Moksha besteht aus Mantra-Rezitation(Japa), aufmerksamer Wiederholung von Gebeten, huta, vedischen yaaga- und Homa - Ritualen, archana(Verehrung), Versenkung in Bilder und Dhyana bzw. Yoga-Meditation. Die Pancharatra Mantra - Sadhana verlangt, dass der Schüler zuerst die wahre Natur seines Mantras als Manifestation der Shakti der Gottheit verstehen muss. Er sieht seine Gottheit ist als konzeptuelle Konkretisierung dieser Kraft. In der tägliche Verehrung praktiziert er Homa und visualisiert die Form der Gottheit und meditiert über sie. Daneben wiederholt er das Mantra (japa) und identifiziert sich schliesslich in tiefer Meditation.
Die Pancharatra - Verehrung umfasst acht Arten (ashtanga):

  1. meditative Verehrung (manasa yaga)
  2. rituelle Verehrung mit materiellen Opfern
  3. Feueropfer (Homa)
  4. bali Opfer an die Geister
  5. Bewirten brahmanischer Gäste
  6. tarpana - Opfer an das Feuer
  7. Ahnenverehrung
  8. teilhaben an den Resten der geopferten Nahrung

Schriften

Das Pancharatra enthält die Mehrheit der Vaishnava- Schriften. Zu den Vaishnava-Puranas zählen das Vishnu Purana, das Bhagavata-Purana, das Nāradeya-Purana, das Garuda - Purana, das Padma-Purana, das Varaha-Purana, das Vāmana - Purana, das Kūrma-Purana, das Matsya-Purana und das Kalki-Purana.

Literatur

Referenzen

Weblinks