Pancharatra

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Die Vaishnava Agamas sind in die vier Gruppen Vaikhanasa, Pancharatra, Pratishthasara und Vijnana Lalita(pAncharAtram, vaikhAnasam, pratishThasAram , vignyAnalalitA) unterteilt[1].

Das Pāñcarātra('das was mit den 5 Nächten verbunden ist') ist eine agamische Sanskrit-Textsammlung von über 200 Texten der Vaishnavas. Es sind die wichtigsten Texte des Srivaishnava Sampradaya von Ramanuja.

Die Texte werden großenteils als von Vishnu selbst übertragen angesehen und stellen eine Fortführung der vedischen Tradition dar.

Übertragung

Diese 5 Pancaratras sind tattva (Kosmologie), muktiprada (was mukti oder Befreiung bringt), bhaktiprada (was Hingabe verleiht), yaugika (Yoga) sowie vaisayika (Objekte der Begierde).

Alternativ wird bezüglich der 5 Aspekte des Purusottama unterteilt : – para (höchstes), vyuha (Emanation), vibhava (Inkarnation), antaryamin (inneres Selbst[2]) sowie arca (Form der Gottesverehrung) ebenfalls als Pancaratra bezeichnet.

Es werden auch sieben Gruppen Brahma, Shaiva, Kaumara, Vasishtha, Kapila, Gautamiya und Naradiya unterschieden. Im Mahabharata befindet sich im Buch 12 (Santi-Parva) im Kapitel Naradiya die früheste Erwähnung des Pancharatra.

Lord Kesava (Vishnu bzw. Narayana) soll diese esoterische Lehre an die Rishis Ananta, Garuda, Visvaksena, Brahma und Rudra über 5 Nächte (panca = five; ratra = night) gelehrt haben (alternativ an Brahma, Adi Sesha, Garuda, Narada and Maha-Lakshmi).

Der Name Pañcaråtra besteht auch wegen der fünf Arten des Wissens: tattva(Kosmologie), mukti-prada(das was Befreiung gibt), Bhakti-prada(das was Hingabe verleiht), yaugika(Yoga) und vaisayika(Objekte der Begierde).

Das Konzept der Vyuhas

Vyuha bedeutet Projektion oder Emanation[3]. Bhagavan Vasudeva gilt als ursprüngliches erstes Vyuha, aus dem weitere Vyuhas entstehen, zuerst Sankarsana(oder Balarama) als zweites Vyuha. Sankarsana emaniert Pradyumna dieser wiederum Aniruddha als viertes Vyuha.

Jedes Vyuha ereugt 3 Unter - Vyuhas, als insgesamt 12 Emanationen. Diese sind Kesava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Sridhara, Hrsikesa, Padmanabha und Damodara. Sie werden auch als die Masadhipas oder Adhi-Devatas (Schutzgottheiten) der 12 Monate des Jahres angesehen.

Die Philosophie dieses Systems wurde im Detail in der zugehörigen Jayakhya - Samhita dargelegt.

Bewusstseinszustände

In der Theologie des Pancaratra sind ähnlich wie in der Māṇḍūkya-Upanishad die Vyuhas und Vibhavas im gleichen Paradigma von drei Zuständen angeordnet(pada). Die Vibhavas repräsentieren den Wachzustand von differenzierter Existenz und begrenzter göttlicher Oberhoheit. Zu den Vibhavas zählt Aniruddha. Pradyumna und Samkarsana stellen jweils die Zustände des Traums und des Tiefschlafs dar.

Vyuha Vasudeva repräsentiert den Turya - Zustand, und Nityodita Vasudeva stellt den göttlichen Turyatita dar.

Einige Samhitas

Bekanntere Samhitas sind die Ahirbudnya-, Garuda-, Jayakhya-, Lakshmi Tantra-, Narayana-, Padma-, Parameswara-, Paushkara-, Sarvajna-, Saatvita-, Uthara-, die Vishvaksena-Samhita und die nur teilweise erhaltene Brahma Samhita.

  • Die Satvata-Samhita, die Jayakhya-Samhita und die Puskara - Samhita werden zusammen als die drei Juwelen angesehen.

1. Ahirbudhnya - Samhita: 3880 Verse in 60 Kapiteln : Sie handelt von den vier vyuhas oder Emanationen Gottes ; verschiedene Mantras und Yantras und Heilungsrituale.

2. Aniruddha - Samhita(Aniruddhasamhita-mahopanisad[4]) mit 34 Kapiteln : Verschiedene Rituale ; Einweihungsmethoden; prayascittas Sühnungen von Sünden; Herstellung von Bildern Gottes.

3. Hayasirsa Samhita mit 144 Kapiteln : Die 4 Kandas ‘Pratisthakanda’, ‘Sankarsanakanda’, ‘Lingakanda’ und ‘Saurakanda’. es behandelt Rituale zur Aufstellung von Bildern kleinerer Gottheiten und die Herstellung.

4. Isvara - Samhita mit 24 Kapiteln : Ritualistische Verehrung ; Beschreibungen von Bildern, Methoden der Einweihung (diksa), spirituelle einweihung, Praxis der Meditation, Details über Mantras,Methoden der Selbstkontrolle und die Großartigkeit des Pilgerortes Yadav Hill (Melkote nahe Mysore, Karnataka).

5. Jayakhya - Samhita mit 33 Kapiteln(patalas) : Sie beinhaltet eine detaillierte Darstellung der Schöpfung; die Praxis des Yoga(yogabhyasa) und der Mantropasana (Wiederholung von Mantras oder heiligen Formeln); verschiedene Vaisnava - Mantras; Puja (ritualistische Verehrung) und Homa (Feuerritual); diksa (Einweihung); Tempel und dortige Verehrung; acaras (Verhaltenskodizes) für Vaisnavas; prayascittas der Sühnungen der Sünden.

6. Kasyapa - Samhita mit 12 Kapiteln : Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit Giften und Methoden der Abhilfe durch geeignete Mantras oder Beschwörungsformeln.

7. Maha-Sanatkumara - Samhita mit 10,000 Versen in über 40 Unterteilungen in 4 Kapiteln : Sie befasst sich ausschließlich mit Ritualen der Anbetung.

8. Padma - Samhita mit 31 Kapiteln : Sie behandelt hauptsächlich Rituale und das Singen von Mantras.

9. Parama - Samhita mit 31 Kapiteln : Prozess der Schöpfung; Initiationsriten und Anbetung; Yoga wie Jnana Yoga und Karma Yoga ; Jnana Yoga enthalte Pranayama und Samadhi und sei dem Karma-Yoga überlegen, das die ritualistische Verehrung Vishnus zu sein scheine.

10. Paramesvara - Samhita mit 15 Kapiteln : Meditation über Mantras, Opfer und Methoden der Rituale auch als prayascittas oder Sühnungen.

11. Parasara - Samhita mit 8 Kapiteln : Sie behandelt die Methoden des japa oder des Murmelns des Namens Gottes.

12. Pauskara - Samhita mit 43 Kapiteln : Verschiedene Arten von Bildverehrung ; philosophische Sichtweisen ; Begräbnisriten.

13. Sudarsana - Samhita mit 41 Kapiteln : Meditation über Mantras zur Sühne von Sünden.

14. Vihagendra - Samhita mit 24 Kapiteln : Meditation über Mantras; Opfergaben.In Kapitel 12 wird pranayama ausführlich als Teil des Prozesses der Anbetung beschrieben.

15. Vishnu - Samhita mit 30 Kapiteln : Die Philosophie ähnelt dem Sankhya, der purusa sei aber alldurchdringend und aktiviere die Prakriti, die Welt zu entwickeln.

16. Vishnu-Tattva - Samhita mit 39 Kapiteln : Bilderverehrung, Waschungen und das Tragen von Vaisnava Marken sowie einige Reinigungsriten.

Yoga

Der Pfad zu moksha oder 'Befreiung' beginnt mit der Inspiration des Jiva durch Gott, sich einen Guru oder spirituellen Führer zu suchen, der dem Schüler mantradiksa (Einweihung in den heiligen Namen) gibt.

Regelmässige Praxis des japa (Wiederholung des göttlichen Namens) resultiert schließlich einmal im Samadhi(Verschmelzung mit Gott).

Upasana oder Meditation über Gott hat 2 Stufen :

  • kriyakhya : Praxis von verschiedenen Tugenden wie sauca (Sauberheit), yajna (Opfer), tapas (Sparsamkeit), ashyayana (Studium der Schriften), ahimsa (nicht Verletzen anderer), satya (Wahrhaftigkeit), karuna (Mitgefühl), dana (Geben von Geschenken) usw..
  • sattakhya oder jnanakhya ist praktisch identisch mit dem 'jnana yoga'. So gereinigt ist der Geist imstande, über den inneren Atman zu meditieren, mit dem Ergebnis der Erfahrung des Einheitsbewusstseins, daß jnatr(der Wissende), jneya(das Objekt des Wissens) und jnana(das Wissen) alle eins und dasselbe sind.

Besonders die jayakhya Samhita beschreibt zwei Arten von Yoga : Mantradhyana und Yogabhyasa. Ersteres besteht in der Meditation über Gott zusammen mit der Wiederholung des Mantras. Letzteres ist fast identisch mit dem Ashtanga Yoga des Patanjali.

Literatur

Referenzen

Weblinks