Shaiva Siddhanta

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Im Shaiva Siddhanta gilt Shiva als die höchste Gottheit. Er ist formlos(nishkala), geformt-formlos(sakala-nishkala) und geformt(sakala) und allwissend, allgegenwärtig und ungebunden.

Shiva Nataraja

Das Shaiva Siddhanta ist wie der spätere Kashmir Shaivismus ein tantrischer Shivaismus. Hier steht genau wie in letzterem ein primordialer Shiva noch über einem Sadashiva, der darunter noch stufenweise den Maheshvara (kosmischer Ishvara) und dann Rudra, Vishnu und Brahma erschafft.

Der erste offizielle Guru der Saiva - Siddhanta - Tradition war Nandinatha, der etwa 250 v. Chr. in Kashmir lebte.
Später versuchte Nilakantha mit seinem Kommentar zu den Vedantasutras die Differenzen zwischen Vedanta und dem Agamanta(Ende der Agamas) zu glätten.
In Zentralindien wurde der Shaiva Siddhanta der Sanskrit-Tradition erstmals von Guhavasi Siddha (ca. 675 n. Chr.) institutionalisiert.

Das Shaiva - Siddhanta kennt insgesamt 12 Saivacharyas oder authorisierte Lehrer der Zeitalter[1].

Die 14 Meykanda-Sastras sind der maßgebende Text dieser Lehre. Das Sivagnana Bodha von Meykanda liefert eine erkenntnistheoretische Basis.

Tantras

Das Shaiva Siddhanta unterscheidet sich von der vedischen und puranischen Verehrung Shivas und auch von der alten Pasupati Tradition durch seine Einhaltung von 28 Texten genannt Agamas oder Tantras, in welchen Riten zur Ausführung durch die obersten 4 Kasten(Varnas) niedergeschrieben wurden. Frauen spielten in diesen Varnas eine Nebenrolle.

Im Shaiva Siddhanta wird genau wie im kashmirischen Shivaismus zwischen reiner und unreiner Maya unterschieden. Es ist daher eigentlich mehr als eine Essenz des Vedanta.

Das 12bändige Tirumurai (Panniru Thirumurai) gehört neben den 14 Siddhanta Sastras oder Meikanda Sastras zu den Schlüsseltexten des Shaiva Siddhanta, die 9 Tantras (tantirams) beinhalten. Es lehrt Yogapraktiken entsprechend dem achtfachen Pfad des Patanjali, Mantras und Tantras usw..

Andere Schriften sind das Siva-gnana-suddhiya von Arulnandi und das Sivaprakasam und das Tiru-varut-prayam von Umapathi.

Diese Schriften beschreiben einen vierfachen fortschreitenden spirituellen Weg von Tugend, moralischer Lebensweise (charya), Ritual (Kriya), individueller Yoga-Praxis (Yoga) und Wissen (jnana, vidya).

Das Schlußkapitel des 10ten Kapitels(Tirumantiram) des Tirumurai namens Sunya Sambhashana ('Kolloquium über die Leere') ist voller methaphorischer Gedankengänge wie Wandernde Kühe kommen ohne Kuhhirten.......Bewusstseine sind fünf : Körperbewusstsein, Prana Bewusstsein, Bewusstsein des Bewusstseins, Wissensbewusstsein und geistiges Bewusstsein. Aber wenn der Kuhhirte, der innere Nanthi, alle fünf lenkt, dann läuft Manna - Tau über.

Die Siddhanta Prakashikā der Sarvātmasambhu bezieht sich auf diese Siddhanta - Shastras als "mantramārga" ("Mantra - Weg").
Mantras sind beispielsweise "Namah Sivaayah" und "Om Namah Sivaayah".

Die Shivaiten sehen Gott Shiva als höchste Gottheit, welcher als Shiva (Aruvam oder formloser Zustand), Sadashiva (Aruruvam oder formloser Formzustand) und als Maheshvara (Uruvam oder Formzustand ) verehrt wird : Anbey Sivam

Befreiung

Nach der Saiva - Siddhantha - Schule wird Befreiung mit den Mitteln von charya, kriya, yoga(Sakha marga : Asanas, Meditation, dhyana) und von jnana (sat-marga) erreicht. Wahre Befreiung ist ein Geschenk Gottes und seiner direkten Intervention.

Nach der Lehre sind die jivas individuelle Seelen oder Wesen. Sie sind nicht das gleiche wie Shiva sondern nur aus derselben Essenz, und ihre Zahl ist und bleibt konstant. Bedingt durch das Ich denkt der Jiva er sei verschieden von Shiva und anderen Wesen.

Die drei Bindungen des Jiva (pasas) oder Unreinheiten (malas) des Jiva sind anava(sahaja mala), karma(bindende Handlungen mit einem egoistischen Hintergrund) and maya( suddha maya (reine maya) und asuddha maya (unreine maya) ).

Die reinen und unreinen Mayas ergeben zusammen 36 tattvas. Paramshiva erzeugt wie kashmirischen Shivaismus hier 5 reine Maya- Tattvas : siva-tattva, sakti-tattva, sadasiva-tattva, isvara-tattva und suddhavidya-tattva, welche als Mahamaya namensmäßig zur Maya gezählt werden.
Die Ebenen darunter werden zur unreinen Maya(asuddha maya) gezählt. Die grundlegende Sichtweise ist sat-karya-vadam, d.h. Ursache und Wirkung sind essenziel dasselbe.

Literatur

Referenzen

Siehe auch

Weblinks