Kala

Aus Spiritwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kālá (Skt. काल, IPA: [kɑːˈlə], Zeit ; auch : blau-schwarz, Raum der Zeit) ist ein Sanskritwort, das je nach Betonung der A - Vokale in mehreren Zusammenhängen und mit mehrenen Bedeutungen verwendet wird.

Hinduismus

Als Zeitmass beinhaltet kālá in Indien 144 Sekunden. Im Yoga werden allerdings zwei Arten der Zeit unterschieden. Die unserer Zeit entsprechende Dimension entsteht im Maharloka durch Zusammentreffen der Strahlen des Atman mit der Maya. Dieser Zeitmasstab im Maharloka ist billionenfach langsamer als die Zeit im Jnanaloka(Trimurti).

Daher ist Kala(Zeit) im Linga Purana das resultierende Nebenprodukt von Pradhan und Vyakta, dem verblendenden Netz der Prakriti.

Ein im Natha verwendetes Zeitmaß ist ein Prana oder Atemzug. 360 Pranas ergeben 24 Minuten, d.h. 1 Nadika. Ein Tag umfasst 21600 Pranas, wovon die Hälfte der Sonne und die andere Hälfte dem Mond zugeordnet werden.

Mahakala aus dem Bereich der Trimurti ist ein Name von Shiva. Kala Bhairava ist ein Name von Bhairava. Kāla-rātri ist eine dunkle Form von Kali.

Im Shiva Purana ist ein Nimesha die Dauer eines Blinkens. Fünfzehn Nimeshas sind ein Kashtha. Dreißig Kasthas sind ein Kala. Dreißig Kalas sind eine Muhurta. Dreißig Muhurtas sind ein Tag. Dreißig Tage sind ein Monat, der in eine helle und eine dunkle Mondwoche aufgeteilt ist.
Sechs Monate sind ein Ayana, und zwei Ayanas sind damit ein Menschen-Jahr. Ein Götterjahr umfasst dreihundertsechzig Menschenjahre. Von den vier Yugas dauert das Satyayuga hier viertausend, das Tretayuga dreitausend, das Dvaparayuga zweitausend und das Kaliyuga tausend Götterjahre, d.h. insgesamt zehntausend Götterjahre.

Im Vatula-Tantra sind Kalās Teile oder Organe oder Funktionen Shivas.

Das Wort wird beispielsweise auch im ṛgveda Prātiśākhya, im Devī Māhātmya und im Skanda Purāṇa erwähnt. Im Vedanta wird es der Existenzebene des acit(prakrta, aprakrta, kala) zugeordnet.

Kālá ist im Hinduismus eine Gottheit, die mit dem Tod in Verbindung gebracht wird, und auch ein Beiname von Yama.

Der Brahmasohn Marichi wurde mit Kala verheiratet, wonach Kashyapa geboren wurde.

Devi Bhagavatam

Das Buch 12 Kap. 11 des Devi Bhagavatam Purana zählt 64 Kalâs mit anderer Namensbedeutung auf : Pingalâksî, Vis’âlâksî, Samriddhi, Vriddhi, S’raddhâ, Svâhâ, Svadhâ, Mâyâ, Sañgñâ, Vasundharâ, Trîlokadhâtrî, Sâvitrî, Gâyatrî, Tridas’es’vsrî, Surûpâ, Bahurûpâ, Skandamâtâ, Achyutapriyâ, Vimalâ, Amalâ, Arunî, Ârunî, Prakriti, Vikriti, S’rîsti, Sthiti, Samrhiti, Sandhyâ, Mâtâ, Satî, Hamsî, Mardikâ, Vajrikâ, Parâ, Devamâtâ, Bhagavatî, Devakî, Kamalâsanâ, Trimukhî, Saptamukhî, Surâsura vimardinî, Lambosthî, Ûrdhakes’î, Bahusîrsâ, Vrikodarî Ratharekhâhvayâ, S’as’irekâ, Gaganavegâ, Pavanavegâ, Bhuvanapâlâ, Madanâturâ, Anangâ, Anangamathanâ, Anangamekhalâ, Anangakusumâ, Visvarûpâ, Surâdikâ, Ksayamkarî, Aksyobhyâ, Satyavâdinî, Bahurûpâ, S’uchivratâ, Udârâ und Vâgis’î.[1]

Kashmirischer Shivaismus

Kāla ist im Hinduismus im Bereich der fünf Koshas zusammen mit Desha(Raum) angesiedelt.

Der kashmirische Shivaismus kennt das Kalaa Tattva der Kanchukas(Koshas) und mehrere Formen von Kalā (man beachte die etwas andere Betonung)[2].

Abhinavagupta zählt 5 Formen der Zeit auf

  1. Nivritti - Kalā : Prthvi('Erde') Tattva - 16 bhuvanas('Ebenen, Welten'[3]), unten angefangen mit dem kalagni rudra bhuvana
  2. Pratistha('Basis der phenomenalen Existenz') - Kalā : 23 Tattvas vom Jala Tattva zum Prakriti - Tattva. Sie enthält 56 bhuvanas
  3. Vidyā('Wissen') - Kala : 7 Tattvas vom Purusha Tattva zum Maya - Tattva. Sie enthält 28 bhuvanas
  4. sAntā('Friede') - Kalā : 3 Tattvas - suddha vidya(sadvidya), Ishvara , Sadashiva. Sie enthält 18 bhuvanas
  5. Santatita Kalā : Shiva- und Shakti - Tattvas - ohne bhuvanas (weil jenseits des Parabrahman)

Zusammen sind es 118 bhuvanas. Paramshiva transzendiert alle Kalās.

Der kashmirische Shivaismus ordnet die Kālas vier grossen Spähren(aṇḍa) zu :

  1. Śakti aṇḍa - 4 Tattvas
  2. Māyā aṇḍa - 7 Tattvas
  3. Prakṛti aṇḍa
  4. Pṛthvī aṇḍa - 1 Tattva - (ganz unten)

Literatur

  • Woodroffe, Die Girlande der Buchstaben - Varnamala. Studien über das Mantra-Shastra (Garland of letters), O. W. Barth, 1987, Sprache: Deutsch ISBN-10: 3502610460 ISBN-13: 978-3502610465
  • Pratyabhijnahrdayam: The Secret of Self-Recognition, Jaideva Singh, Motilal Banarsidass, 2013, ISBN-10: 812080323X ISBN-13: 978-8120803237
  • The Doctrine of Recognition: A Translation of Pratyabhijnahrdayam: Translation of the "Pratyabhijnahrdayam" by Ksemaraja, with an Introduction and Notes, Suny Series in Tantric Studies, Ksemaraja, State University of New York Press, 1990, ISBN-10: 0791401510 ISBN-13: 978-0791401514

Referenzen

Weblinks