Dharmaguptaka: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Dharmaguptaka (To Dong Zhongshu; Tung Chung-shu, pinyin: Fǎzáng Bù; Dharma-Bewahrer) zählt zu den  ca. 18 frühen [[Buddhistische Schulen|buddhistischen Schulen]]. Es soll seine Ursprünge in den [[Mahisasaka|Mahīśāsakas]] gehabt haben und ist heute neben dem  [[Theravada|Theravāda]] und dem [[Mulasarvastivada|Mūlasarvāstivāda]] eine der drei auf dem [[Vinaya Pitakam]] basierenden überlebenden Vinaya - Linien.<br>
 
Das Dharmaguptaka (To Dong Zhongshu; Tung Chung-shu, pinyin: Fǎzáng Bù; Dharma-Bewahrer) zählt zu den  ca. 18 frühen [[Buddhistische Schulen|buddhistischen Schulen]]. Es soll seine Ursprünge in den [[Mahisasaka|Mahīśāsakas]] gehabt haben und ist heute neben dem  [[Theravada|Theravāda]] und dem [[Mulasarvastivada|Mūlasarvāstivāda]] eine der drei auf dem [[Vinaya Pitakam]] basierenden überlebenden Vinaya - Linien.<br>
Die Dharmaguptakas waren im Nordwesten in der Nähe des heutigen Afghanistan und des Iran ab dem 3. Jahrhundert v.Chr. täig. Sie verwendeten die Gandhari-Sprache. In den 300er Jahren C.E. waren sie zu einer der wichtigsten buddhistischen Schulen geworden. In den frühen 600er Jahren hatte die Schule an Einfluss verloren.
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Die Dharmaguptakas waren im Nordwesten in der Nähe des heutigen Afghanistan und des Iran ab dem 3. Jahrhundert v.Chr. täig. Sie verwendeten die Gandhari-Sprache. In den 300er Jahren C.E. waren sie zu einer der wichtigsten buddhistischen Schulen geworden. In den frühen 600er Jahren hatte die Schule an Einfluss verloren, und sie wurde derzeit von Paramartha als eine Vorzeigeschule des [[Mahayana]] bezeichnet.
  
 
Die Dharmaguptakas hatten auch eine bedeutende Rolle im frühen zentralasiatischen und chinesischen [[Buddhismus]] und überlebten bis heute in China, Korea und Vietnam. Ihr [[Pratimokshasutra|Prātimokṣa]] (Klosterregeln für Nonnen und Mönche) ist noch heute in Asien in Gebrauch.
 
Die Dharmaguptakas hatten auch eine bedeutende Rolle im frühen zentralasiatischen und chinesischen [[Buddhismus]] und überlebten bis heute in China, Korea und Vietnam. Ihr [[Pratimokshasutra|Prātimokṣa]] (Klosterregeln für Nonnen und Mönche) ist noch heute in Asien in Gebrauch.

Version vom 12. September 2019, 15:26 Uhr

Das Dharmaguptaka (To Dong Zhongshu; Tung Chung-shu, pinyin: Fǎzáng Bù; Dharma-Bewahrer) zählt zu den ca. 18 frühen buddhistischen Schulen. Es soll seine Ursprünge in den Mahīśāsakas gehabt haben und ist heute neben dem Theravāda und dem Mūlasarvāstivāda eine der drei auf dem Vinaya Pitakam basierenden überlebenden Vinaya - Linien.
Die Dharmaguptakas waren im Nordwesten in der Nähe des heutigen Afghanistan und des Iran ab dem 3. Jahrhundert v.Chr. täig. Sie verwendeten die Gandhari-Sprache. In den 300er Jahren C.E. waren sie zu einer der wichtigsten buddhistischen Schulen geworden. In den frühen 600er Jahren hatte die Schule an Einfluss verloren, und sie wurde derzeit von Paramartha als eine Vorzeigeschule des Mahayana bezeichnet.

Die Dharmaguptakas hatten auch eine bedeutende Rolle im frühen zentralasiatischen und chinesischen Buddhismus und überlebten bis heute in China, Korea und Vietnam. Ihr Prātimokṣa (Klosterregeln für Nonnen und Mönche) ist noch heute in Asien in Gebrauch.

Lehre

Die Lehre der Dharmaguptakas basierte auf einem Verständnis der Buddhas getrennt von Sangha und den zwei Yanas. Sie sahen ihre Lehre als über der von Arhats stehend an. Sie betrachteten aber den Pfad eines Bodhisattva (bodhisattvayāna) und den Pfad eines śrāvaka (śrāvakayāna) als verschieden. Nach dem Samayabhedoparacanacakra betonten sie auch den Verdienst der Hingabe an Stupas.

Die Dharmaguptakas sind auch dafür bekannt, die Autorität der Sarvastivada - Ordensregeln (prātimokṣa) des Vinaya mit der Begründung abgelehnt zu haben, daß die ursprünglichen Lehren des Buddha verloren seien.
Teile des Dharmaguptaka - Vinaya ('Vinaya in vier Teilen', chin. 四分 律; pinyin: Shìfēnlǜ; Wade-Giles: Ssŭ-fen lü) befinden sich im Taishō Tripiṭaka 1428.

Unterteilung der Lehre

Die Dharmaguptakas benutzten eine zwölffache Unterteilung der buddhistischen Lehren, die in ihrem Dīrgha Āgama(Lange Erörterungen, Cháng Ahánjīng)´, dem Vinaya, und in einigen Mahāyāna Sūtras zu finden ist. Die 12 Unterteilungen sind :

  1. sūtra
  2. geya
  3. vyākaraṇa
  4. gāthā
  5. udāna
  6. nidāna
  7. jātaka
  8. itivṛttaka
  9. vaipulya
  10. adbhūtadharma
  11. avadāna
  12. upadeśa

Das Dharmaguptaka Tripiṭaka soll fünf Piṭakas einschließlich einem Bodhisattva - Piṭaka und einem Mantra - Piṭaka (Dhāraṇī Piṭaka) enthalten haben. Nach Darstellung des Dharmaguptaka - Mönchs und Übersetzers Buddhayaśas hatte die Dharmaguptaka - Schule das Mahāyāna - Tripiṭaka assimiliert.
Die Dharmaguptakas unterschieden aber zwischen dem Pfad des śrāvaka (śrāvakayāna) und dem Pfad des Bodhisattva (bodhisattvayāna). Auf der Grundlage des Prātimokṣa gibt es im Mahayana zwei weitere Gelübde, das Bodhisattva-Gelübde(Brahmajala Sutra) und das Vajrayana-Samaya-Gelübde bzw. die 14 Wurzelgelübde[1].

Dirgha Agama

Das Dirgha Agama (Lange Erörterungen, Cháng Ahánjīng) ist einer der Hauptabschnitte des Sūtra Piṭaka. Es entspricht dem Dīgha Nikāya der Pāli-Tradition, enthält aber nur 30 Suttas. Viele Schulen des frühen Buddhismus hatten ihre eigenen Versionen, die zum größten Teil nicht überlebt haben.

Das Dīrgha Āgama der Dharmaguptakas wurde von Buddhayaśas und Zhu Fonian gegen Ende der Qin - Dynastie um 413 CE. erstellt. Es enthält 30 Sutras im Gegensatz zu den 34 Sutras des theravadischen Dīgha Nikāya.

Neben den jüngsten Entdeckungen von Teilen des Sarvāstivāda Dīrgha Āgama in Sanskrit und mehrerer Sūtras aus dieser Tradition in tibetischer Übersetzung gibt es eine vollständige Version auf Chinesisch. Diese enthält 30 Sūtras im Gegensatz zu den 34, die in Pāli vorhanden sind. Es wird angenommen, dass es vom Dharmagupta ist. Ein Vergleich der verschiedenen überlebenden Versionen zeigt insgesamt eine hohe inhaltliche Konsistenz der Lehre.

Eine vollständige Version des Dīrgha Āgama (Taishō Tripiṭaka 1) wurde von Buddhayaśas und Zhu Fonian in die chinesische Sprache übersetzt. Die Übersetzung enthält 30 Sūtras, während das Dīgha Nikāya der Theravadins 34 Suttas aufweist. A.K. Warder verknüpft auch das Ekottara Āgama (Taishō Tripiṭaka 125) mit den Dharmaguptakas, da die Zahl der Ordensregeln mit dem Dharmaguptaka - Vinaya übereinstimmt. Die chinesische Übersetzung des Dharmaguptaka Vinaya ist im Taishō Tripiṭaka 1428 enthalten.

Das Śāriputra Abhidharma - Śāstra (舍利弗阿毘曇論 Shèlìfú Āpítán Lùn, T1548) wird ebenfalls den Dharmaguptakas zugeschrieben. Nach Joseph Walser bestehen auch Verbindungen zum Pañcaviṃśatisāhasrikā Prajñāpāramitā Sūtra (25,000 Zeilen) und zum Śatasāhasrikā Prajñāpāramitā Sūtra (100,000 Zeilen).

Der größte Teil der restlichen Lehren ähnelt denen der Mahāsāṃghikas.

Literatur

Referenzen

Weblinks