Theravada

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Das Theravada oder Hinayana verblieb als Linie nach der Abspaltung des Mahayana beim zweiten buddhistischen Konzil. Das Vaibhashika- (bye-brag smra-ba) und das Sautrantika-System (mdo-sde-pa) waren Hinayana - Sanskrit - Traditionen, während das Theravada (gnas-brtan smra-ba) zu einer Pali - Tradition gehörte.

Phan Tao - Halle in Thailand

Das Theravada ist die in Burma(Myanmar) und in Thailand vorherrschende buddhistische Religion, und es ist auch in Sri Lanka, Kambodscha, Laos und Vietnam verbreitet. Es entstammt der Überlieferungslinie der Bhikkshuni-Ordination und beansprucht für sich, die ursprüngliche Lehre des Buddha zu übertragen (Theravāda : Lehre der Ordensälteren).

Das Ziel des Theravāda ist offiziell die Erhaltung der Originallehre des Tipitaka mit den Kennzeichen :

28 Buddhas nach dem Kapitel 27 des Buddhavamsa
  • vollständig wahrheitsgemäße Lehre (svakkhata dhamma)[1]
  • für jeden prüfbare Lehre (ehi passika)
  • zeitlos wirksam anwendbare Lehre (akalika)
  • realistische sichtbare Lehre (sanditthika]
  • zur Befreiung führende Lehre (opanayika)

Daher werden hier die vielen tantrischen Bodhisattvas und Buddhas des Mahayana und Vajrayana werden als zu apokryphen Lehren gehörig angesehen, und die Meditationen unterscheiden sich ebenfalls von den Praktiken des Mahayana und des Anuttarayoga-Tantra.

Im ersten Theravada-Konzil von 1788 in Bangkok entstanden die Pali-Texte als erste vollständige Druckausgabe in siamesischer Schrift in 39 Bänden.

Die Lehre

Wat Bangkok, Thailand

Als Grundlage dient der Pali-Kanon bestehend aus

Ziele sind

  • Nibbana (sanskrit: Nirvana): Verlöschen)
  • Bodhi (Erwachen) : Savaka-Bodhi, Pacceka-Bodhi und schließlich Samma-Sambodhi

Im Pali-Kanon werden vier Stufen der Erleuchtung unterschieden:

  • Stromeintritt (Pali: sotapatti)
  • Einmalwiederkehr (Pali: ekadagami)
  • Nichtwiederkehr (Pali: anagami)
  • Arhatschaft (Pali: arahatta)

Abhidhamma

Der Theravada-Buddhismus sieht den Abhidhamma nicht als spätere Ergänzung der Tradition sondern eher als in der vierten Woche der Erleuchtung von Gautama Buddha erstellt.

Schon das Sarvāstivāda Abhidharma stellte die These auf, daß Buddhas von seiner Mutter geborener Körper(janma-kāya) Unreinheiten und Leid und Schmerz unterlag (vipaka-kaya). Der Buddha habe aber noch einen anderen Körper, den er willentlich manifestieren könne (nirmana kaya) und einen dharmakaya-Körper aus reinen Dhramas. Diese Lehre wurde im Mahayana zur Trikaya-Lehre weiterentwickelt. An der Stelle der Mahayana-Lehre eines Nirmanakaya-Körpers steht hier der Manomayakaya, der auch als Buddhas Erleuchtungskörper interpretiert wird.

Eine Zusammenfassung aus der Sicht des Theravada stellen die nach dem Mahāsakuludāyi - Sutta die 37 erforderlichen Dinge zur Erleuchtung dar.

Kosmologie

Die Kosmologie des Theravada beschreibt 31 Ebenen[2] in welchen die Wiedergeburt stattfindet. Die Ordnung der Ebenen wird in verschiedenen Teilen des Sutta Pitaka aufgezählt (z.B. im Saleyyaka Sutta des Majjhima Nikaya, im Anguttara Nikaya, Samyutta Nikaya, Digha Nikaya, Khuddaka Nikaya).

In verschiedenen Sutras des Anguttara Nikaya beschreibt der Buddha die Gründe für die Wiedergeburt in diesen Ebenen.

Triloka

Im Buddhismus bezieht sich der Begriff der drei Welten(triloka) auf 3 Ebenen der Wiedergeburt:

  • Kāmaloka(S. kāma-dhātu): Welt der Begierde, typische grundlegende Begierden und somit von Höllenwesen, Pretas, Tieren, Geistern, Menschen und niederen Halbgöttern bevölkert
  • Rūpaloka: Welt der Form, ziemlich frei von niederen Begierden und von Jhana - Göttern bevölkert, Wiedergeburtsstätte für fortgeschrittene Praktizierende in jhanischer bzw. meditativer Absorption.
  • Arūpaloka(S. ārupa-dhatu): Welt der Formlosigkeit. Nicht körperliche Realität der 4 Himmel. Hier werden die Praktizierenden der 4 formlosen Stufen wiedergeboren

Sadhana

Neben der Umsetzung der Lehre sind hier die Vipassanā - Meditation [3] und das Samatha[4][5] ein Bestandteil der Praxis. Daneben sind Jhana- und Atemmeditationen verbreitet[6].

Literatur

Referenzen


Weblinks