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Maitrayani Upanishad

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Die Maitrayaniya Upanishad (Sans. Maitrāyaṇīya Upaniṣad) oder Maitri Upanishad (Sans. Maitrī Upaniṣad) gehört zum Maitri oder Maitrayaniya Shakha (Zweig) des Kṛṣṇa Yajurveda.

Die Maitrâyana-Upanishad des schwarzen Yajurveda ist inhaltlich völlig verschieden von der Maitreya Upanishad des Sāmaveda oder des Shuklapaksha Yajurveda.

Sie ist die Nummer 24 im Muktika - Kanon der 108 Upanishaden, wo sie als Maitrāyaṇi Upanishad erscheint und als Sāmānya - Upanishad des Samaveda eingestuft wird.

Inhalt

Der Text ist in 7 Kapitel (Prapatraka) gegliedert. Inhaltlich lehrt der Weise Śākāyana dem König die Philosophy des Brahman, wie sie der Weise Maitri lehrte.

Sloka VI.22) spricht von zwei Arten von Brahman, d.h. Shabda Brahman ('Brahman mit Ton') - das Udgitha ist der Pranava) - und Ashabda Brahman ('tonloses Brahman').

Dazu werden die Voraussetzungen und Hindernisse für die Moksha behandelt.

Die Betonung liegt auf Verleugnung und Asketentum, der Zurückweisung der Begierden des Fleisches und der Emotionen, der Zurückweisung der Gedanken des Geistes und der Annullierung aller Einzelbewegungen des Wesens. Das Ziel ist Nirvana, und der schnelle Aufzug dahin ist die Sushumna, der pranische Kanal, der entlang der Wirbelsäule verläuft und der Weg ist, auf dem sich die Kundalini-Energie auf ihrem Weg zum höchsten Chakra bewegt, dem Sahasrar.

Das höchste Selbst, der Gott, ist Sambhu(Shiva), Bhava, Rudra, Pragapati, der Schöpfer von allem, Hiranyagarbha, der Wahre, der Atem, der Schwan, der Regent, der Ewige, Vishnu, Narayana.

Einleitung von P. Deussen

Die zum schwarzen Yajurveda gehörende Schule der Maitrâyaṇa's oder Maitrâyaṇîya's besitzt eine Samhitâ in vier Kâṇḍa's (Maitrâyaṇî Samhitâ), bestehend aus 11 + 13 + 16 + 14 = 54 Prapâṭhaka's, deren Hauptinhalt folgender ist.

  • Erstes Kâṇḍam.

1. darçapûrṇamâsau, Neu- und Vollmondsopfer.

2. adhvaraḥ, vorbereitende Tage des Somaopfers.

3. grahâḥ, die Soma-Libationen.

4. yajamâna-brâhmaṇam, Anweisung für den Opferspender.

5. agni-upasthânam, die Verehrung des Feuers.

6. âdhânam, Anlegung des Feuers.

7. punarâdhânam, Wiederanlegung des Feuers.

8. agnihotra-brâhmaṇam, Agnihotram.

9. caturhotâraḥ, Vierpriester-Litanei (Ind. Stud. X, 139).

10. câturmâsyâni, Viermonatsopfer.

11. vâjapeyaḥ (eine Form des Somaopfers).

  • Zweites Kâṇḍam. (Madhyamam).

1-4. kâmyâ' ishṭayaḥ, Opfer zur Erlangung bestimmter Wünsche.

5. kâmyâḥ paçavaḥ, Tieropfer für bestimmte Wünsche.

[311] 6. râjasûyaḥ, Königsweihe.

7-13. agnicitiḥ (mantrâḥ), Schichtung des Feueraltars.

  • Drittes Kâṇḍam.

1-5. agniciti-brâhmaṇam; Brâhmaṇam zu 2,7-13.

6-10. adhvara-âdînâm trayâṇâm vidhiḥ, Brâhmanam für die Anfangszeremonien des Somaopfers (zu 1,2).

11. sautrâmaṇî, ein Havis- und Tier-Opfer, meist als Nachfeier beim Somafeste (Ind. Stud. X, 349). Amazon.de Widgets

12-16. açvamedhaḥ, Rossopfer.

  • Viertes Kâṇḍam (Khilam).

1. purodâça-brâhmaṇam.

2. gonâmikaḥ prapâṭhakah.

3-4. râjasûyabrâhmaṇam.

5-8. adhvarâdînâm trayâṇâm vidhiḥ.

9. pravargyaḥ.

10-14. yâjyânuvâkyâḥ.

Erläuterungen und Ergänzungen zu den drei ersten Kâṇḍa's enthaltend.

An diese Maitrâyaṇî Samhitâ schliesst sich, – zuweilen auch handschriftlich, sei es als zweites, sei es als fünftes Kâṇḍam, mit ihr verbunden (Ind. Stud. XIII, 121), – die Maitrâyaṇa-Upanishad, wie sie denn in ihren Anfangsworten an einen Werkteil anzuknüpfen scheint, der nach dem Kommentator Râmatîrtha aus vier Kâṇḍa's besteht, also allem Anscheine nach die Maitrâyaṇî Samhitâ ist. Auch die orthographischen und euphonischen Eigentümlichkeiten dieser Çâkhâ kehren in der Upanishad wieder, welche dadurch einen altertümlichen Anstrich erhält.
Aber dieser, nicht sowohl altertümliche (archaische) als vielmehr altertümelnde (archaisierende) Charakter hätte Max Müller (welchem L.v. Schroeder zustimmt) nicht verleiten sollen, diese Upanishad »to an early rather than to a late period« zuzuschreiben. Die zahlreichen wörtlich entlehnten Zitate, nicht nur aus Chândogya- und Bṛihadâraṇyaka-Upanishad, sondern auch aus Kâṭhaka, Çvetâçvatara, Praçna (vgl. unten 6,5 Schluss) und wohl noch späteren, auf diesen beruhenden1 Upanishad's sowie aus einer reichhaltigen andern, bis jetzt noch nicht nachweisbaren Literatur, – solche späte Ausdrücke wie sura »Gott« 1,4 p. 11 und 6,35 p. 187; kshetrajña 2,5 p. 25 und 5,2 p. 72; nirmama 2,7 p. 37; vigraha »Leib« 6,7 p. 96; nâstikyam 3,5 p. 50; sushumnâ 6,21 p. 134; sarvopanishad-vidyâ 2,3 p. 18 (die Upanishad's also schon als ein Ganzes betrachtet!), – das völlige Schweigen des Ça kara über diese Upanishad, – die ausgebildete Sâ khyalehre, welche der Verfasser voraussetzt, – der ganze reflektierende Stil des[312] Wer kes, welcher so sehr gegen den der Maitrâyaṇî Samhitâ absticht, – endlich die deutliche Bezugnahme auf vedafeindliche, schon als Gegenstand des Studiums bestehende (vgl. die Einl. zu 7,8-10) Häresien, wie wohl namentlich den Buddhismus, – dies alles macht den späten Charakter dieses Werkes unzweifelhaft, wenn auch eine genauere Bestimmung seiner Zeit erst nach Identifikation aller Zitate möglich sein wird.2 Dieser späte Ursprung unsrer Upanishad macht aber dieselbe nur um so interessanter.
Sie erscheint als eine universelle Zusammenfassung der Upanishadgedanken gegenüber den hereinbrechenden Häresien, von denen der Verfasser, so sehr er sie bekämpft, doch selbst stark beeinflusst wird. Namentlich hat er den Pessimismus des Buddhismus und alle wesentlichen Elemente der Sâ khyalehre sich angeeignet, wie denn sogar mitunter wörtliche Berührungen mit der Sâ khya-Kârikâ vorkommen, welche auf eine gemeinsame Quelle beider zurückzuweisen scheinen. Wie Plotin den Platonismus erneuert unter Beimischung aristotelischer und stoischer Elemente, so erneuert die Maitrâyaṇa-Upanishad die alte Upanishadlehre unter Beimischung von Elementen der Sânkhyalehre und des Buddhismus.
Und wie der Neuplatonismus vielfach Platon's Lehre bis in ihre letzten, bei Platon noch nicht hervortretenden Konsequenzen entwickelt, so kommen bei unserm Autor höchst wichtige Fragen zur Sprache, die in den ältern Upanishad's nur keimartig vorhanden sind. So namentlich die Fragen: wie Brahman in die Welt eingeht (Prap. 2), wodurch er der Endlichkeit, der Sünde und dem Leiden verfällt (Prap. 3), und auf welchem Wege die Erlösung aus dem Samsâra erreicht wird (Prap. 4). Dass die Upanishad mit Prap. 6,30 ursprünglich abschloss und alles Weitere später zugefügte Nachträge enthält, ist sehr wahrscheinlich; dass sie jemals nur aus dem von M. Müller (introd. p. XLV) mitgeteilten Fragmente bestanden habe, ist wohl nicht anzunehmen.

Inhaltsverzeichnis der Maitrâyaṇa-Upanishad

I. Einleitende Erzählung; Bṛihadratha und Çâkâyanya.

II. Çâkâyanya erzählt dem Bṛihadratha, wie Maitri den Âtman (auf Grund der Stelle Chând. 8,3,4!) definiert und weiter von einer Belehrung der Vâlakhilya's durch Kratu Prajâpati berichtet habe, deren sodann folgende Mitteilung durch Çâkâyanya an Bṛihadratha den Kern der Upanishad bildet und sich bis 4,6 (nach andern bis 6,30) erstreckt. Diese Belehrung betrifft drei Fragen:

Erste Frage: Wie der Âtman in den Leib eingehe? – Um die von ihm leblos geschaffenen Wesen zu beseelen, geht Prajâpati in Gestalt der fünf Prâṇa's in die Leiber ein.

III. Zweite Frage: Wodurch der höchste Âtman zum individuellen (bhûtâtman) werde? – Durch die Guṇa's überwältigt, gerät er, seine Göttlichkeit vergessend, in die Verwirrung des Ichbewusstseins und bindet sich dadurch selbst.

IV. Dritte Frage: Wie Erlösung aus diesem Zustande möglich sei? – Nur wer die im Veda gelehrten Gesetze der Kasten und Lebensordnungen einhält, kann durch Wissen, Askese und Meditation des Brahman (als dessen Er scheinungsformen die andern Hauptgötter anerkannt werden) zur Erlösung gelangen.

V,1-VI,30. Anhang.

V. 1. Hymnus des Kutsâyana (die obersten Götter als Erscheinungsformen des Brahman).

2. Schöpfungsmythus: Entstehung von Tamas, Rajas, Sattvam (= Rudra, Brahmán, Vishṇu) aus dem Urwesen.

VI. A) 1-8. Verehrung des Âditya und des mit ihm identischen Prâṇa.

B) 9-17. a. (9): Das Prâṇâgnihotram.

b. (10): Nahrung und Nahrungesser als Prakṛiti und Purusha der Sânkhya's.

c. (11-17): Brahman als Nahrung (11-13), als Zeit (14), als das Zeitlose (15-16), als der Urgrund (17).

C) 18-30. Der Yoga als Weg zu Brahman. Schlussermahnungen des Çâkâyanya und Eingang des Bṛihadratha zur Vollendung.

VI,31-VII,11. Nachträge.

a. VI, 31-32. Der Âtman und die Organe.

b. VI, 33-38. Das Opfer und das Prâṇâgnihotram.

33. Das Opfer erhebt zu Erde, Luftraum, Himmel.

34. Die drei Opferfeuer sind nur das offenbar gewordene Prâṇâgnihotram.

35. Die Sonne und ihre Verhältnisse sind nur »ein Teil der den Weltraum durchdringenden Kraft«; diese selbst wird (nach Îçâ 15 = Bṛih. 5,15) Satyadharma genannt.

36. Diese Kraft (tejas) ist die ruhige (çânta), opferlose Form des Brahman, im Gegensatze zu der gedeihenden (samṛiddha), welcher, als Âditya und Prâṇa, das Opfer und das Prânâgnihotram gelten.

37. Jene Kraft selbst ist durch Om zu verehren. Sie legt sich dreifach dar als Agni, Âditya, Prâṇa, zwischen denen der Kreislauf des Opfers besteht.

38. Durch Opfer und sittliches Leben gelangt man schliesslich zum Schauen jenes Höchsten.

c. VII, 1-7. Der Âtman als die Weltsonne, und ihre verschiedenen Strahlen.

d. VII, 8-10. Polemik gegen ketzerische, vedafeindliche Richtungen.

[314] e. VII, 11. Jene Kraft (VI, 35-37) steigt mittels Om aus dem Herzen empor und erfüllt, sich verbreitend, das Weltall. – Wachen, Traum und Tiefschlaf sind nur ein Fuss des Brahman; der vierte Stand (turyam) bildet die drei jenseitigen Füsse desselben.(Paul Deussen)

Literatur

Weblinks