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Thai-Buddhismus

Aus Spiritwiki

Der thailandische Budddhismus ist ein Ableger des Theravada oder Hinayana, das sich von Nordindien und Sri Lanka auch in Burma, in Kamboscha und in Laos ausbreitete. Die Architektur der buddhistischen Tempel Thailands ähnelt aus Gründen der historischen kulturellen Verflechtung der anderer südostasiatischer Länder wie Kambodscha und Laos. Das Lankavong-Theravada des 13. Jh. ist die Grundlage für die heutige Staatsreligion in Thailand, der offiziell 95% der Bevölkerung angehören.

Da der vedische Brahmanismus eine wichtige Rolle im frühen Thai-Königtum wie auch in Kambodscha spielte, dürften bestimmte von den Mönchen vollzogene Rituale aus der brahmanischen Praxis abgeleitet sein. Brahma-Schreine wie der Erawan-Schrein leben in buddhistischen Einrichtungen und Zeremonien fort.
In den ländlichen Regionen ist der Kult lokaler Naturgeister (Phi) problematisch. Die der Befolgung der buddhistischen Tugendregeln und Rituale zugeschriebene Macht setzt man dort zum Beschwichtigen lokaler Naturgeister ein. Zahlreiche Beschränkungen der buddhistische Mönche in ländlichen Gebieten entstammen nicht den Vinaya - Ordensregeln sondern den Tabus der praktizierten Volksmagie. Astrologie, Numerologie sowie Talismane und Glücksbringer spielen dort weiter eine bedeutende Rolle im Brauchtum.
Die Mönche des Lankavong-Zweiges siedelten zunächst meist in Waldklöstern und benutzten das Pali als Sprache religiöser Zeremonien. Eine theravadische Bhikkhuni-Tradition hat sich in Thailand nie etabliert. Laienjüngerinnen sollen leben und Verdienste erwerben, in der Hoffnung auf eine Wiederverkörperung als männlicher Buddhist in einem künftigen Leben
Noch bis Ende des 20. Jahrhunderts begannen die meisten Mönche ihre Laufbahn mit dem Dienst als Dek wat (Tempelkind). Ein Dek wat ist traditionell nicht jünger als acht Jahre und verrichtet niedere Hausarbeiten am Tempel. Die Hauptmotivation war dabei, eine grundlegende Ausbildung besonders im Lesen und Schreiben sowie dem Memorieren der heiligen Texte zu erhalten, die bei rituellen Anlässen rezitiert werden. Mönche, die nach der Ordination auf Zeit nicht in das Alltagsleben zurückkehren, spezialisieren sich entweder auf die Gelehrsamkeit(Gamavasi) oder auf die Meditation(Araññavasi).

Waldtradition des Theravada

Die Kammaṭṭhāna-Waldtradition Thailands ist eine Mönchs - Linie des Theravada. Diese thailändische Waldtradition begann um 1900 mit Ajahn Mun Bhuridatto, der das buddhistische Mönchtum und seine meditativen Praktiken gemäß den normativen Standards des präsektiererischen Buddhismus praktizieren wollte. Nach dem Studium bei Ajahn Sao Kantasīlo und einer Wanderung durch den Nordosten Thailands wurde Ajahn Mun eigenen Angaben zufolge ein Nicht-Rückkehrer(anāgāmi) und begann im Nordosten Thailands zu unterrichten. Er strebte eine Wiederbelebung des frühen Buddhismus an, bestand auf der strikten Einhaltung des buddhistischen Mönchskodex(Vinaya) und lehrte die tatsächliche Praxis von Jhāna und die Verwirklichung von Nibbāna bzw. der Unsterblichkeit(Pali: amata-dhamma).

Yogavacara

Ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich innerhalb des Theravada ein südlicher esoterischer Buddhismus (Borān kammaṭṭhāna : 'alte Praktiken'). Eine diesbezügliche südliche Richtung ist die Yogāvacara - Tradition des 18. Jh., die heute in Kambodscha und Laos am häufigsten praktiziert wird und in der Vormoderne eine wichtige buddhistische Strömung in Südostasien war. Sie verwendete auch Malas und Mantras wie Namo Buddhaya und A-ra-ham (A - ra - han ) und Meditationssysmbole, wie sie auch im Visuddhi-Magga beschrieben werden.
Hier spielten auch Mahayana - Einflüsse des Khmer - Reiches (Chakrphup Khmer oder Anachak Khmer) oder Angkor - Reiches (Anachak Angkor) eine Rolle, als sowohl der Hinduismus als auch das Mahayana großen Einfluss hatten.

Dhammakaya Tradition

Eine Bewegung des 20. Jh. ist die thailändische Dhammakaya-Tradition oder auch Thammakaai-Bewegung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Luang Pu Sodh Candasaro gegründet wurde. Sie ist mit mehreren Tempeln verbunden, die vom Wat Paknam Bhasicharoen in Bangkok abstammen.
Diese Tradition unterscheidet sich durch ihre Lehren über das buddhistische Konzept des Dhammakaya und durch die Praxis der Dhammakaya-Meditation (Vijja Dhammakaya; Mantra : samma araham), die Wissenschaftler mit der Yogavacara-Tradition verbunden haben, die vor der Reform des thailändischen Buddhismus im 19. Jahrhundert bestand . Die Dhammakaya-Tradition ist bekannt für ihre Lehre, dass es ein "wahres Selbst" gibt, das mit dem Nirvana verbunden ist, ein Glaube, der von der Mehrheit der thailändischen Theravada-Gemeinschaft abgelehnt wird, die das als Widerspruch zur buddhistischen Lehre von Anatta (Nicht-Selbst) kritisierte.

Literatur

Weblinks