Atharvaveda

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Der Atharvaveda(Sanskrit, m., अथर्ववेद, Atharvaveda) oder Ātharvāṅgirasa ist eine der vier hinduistischen Veden. Er umfasst 20 Bücher(Kāṇḍas) in 731 Hymnen mit ungefähr 6000 Versen.
Der Atharvaveda liegt in den zwei Rezensionen der Shaunaka-Version und der erst in jüngster Zeit tiefer erforschten älteren Paippalada-Version, die 1957 in Odisha gefunden wurde.

Die Rishis Angiras und Atharvan bzw. die 2 Rishigruppen der Bhrigus und der Angirasas haben nach der Überlieferung den größten Teil dieses Veda verfasst. Einige Traditionen erwähnen weitere Rishis wie Kauśīka.

Inhalt

Der Atharvaveda wurde etwa in der zweiten Hälfte des letzten vorchristlichen Jahrtausends kanonisiert und erst dann mit den anderen Veden auf eine Stufe gestellt. Vers 3.12.9.1 des Taittiriya Brahmana und das Aitareya Brahmana(Vers 5.32-33) erwähnen nur die 3 anderen Veden. Etwa ein Siebtel des Atharvaveda wurde dem Rigveda entnommen. Sprachlich ist ein großer Teil des Inhalts deutlich jünger ist als zumindest das Rigveda. Es finden sich darin allerdings auch sehr alte Passagen.

Die Bücher enthalten eine Mischung von magischen Hymnen und Gedichten(Bücher 1 - 7), Mantras (auch eine spezielle Form des Gayatri-Mantra), Zaubersprüchen und Beschwörungen und weiterem Material sehr unterschiedlichen Alters.
Dabei befasst der Atharvaveda sich auch mit Heilen, Pflanzenheilkunde, Magie, magischen Heilriten (bhaishajyani, Bücher 13 - 18), Beschreibungen von Kriegswaffen, weltlichen Riten wie Hochzeitsriten und dem Brahman.
Das Buch 10 der Paippalada - Version betont die Einheit des Brahman und aller Lebensformen un der Welt.

Atharva-Veda - Seite

Die letzte Schicht des Atharvaveda-Textes enthält die Mundaka Upanishad, die Mandukya-Upanishad und die Prashna - Upanishad.
Bei den Jainas und den frühen Buddhisten war der Atharvaveda nicht anerkannt(Aggvāna bzw. Ahavāna Veda). Die frühen Nikaya-Texte bezogen sich nur auf die drei anderen Veden.

Schulen

Das Shaunaka zugeschriebene Caraṇavyuha zählt neun shakhas oder Schulen des Atharvaveda auf[1], von denen nur die Texte der Śaunakīya und Paippalāda überlebten:

  1. paippalāda (südlich des Narmada-Flusses)
  2. stauda
  3. mauda
  4. śaunakiya (nördlich des Narmada - Flusses)
  5. jājala
  6. jalada
  7. brahmavada
  8. devadarśa
  9. chāraṇavidyā

Im Vishnu- und im Vayu-Purana werden noch weitere alte Schulen erwähnt, die nicht im Caraṇavyuha aufgeführt sind (Sumantu, Kabandha, Kumuda, ShaulkAyana, Babhravya, munjakesha, saindhavAyana, Nakshatrakalpa, ShAntikalpa, SaMhitavidhi).

Texte

Saṃhitāvidhi, Śāntikalpa und Nakṣatrakalpa gehören zu den der Śaunakīya-Tradition zugeordneten 5 kalpa-Texten[2].

Die 5 Kalpas oder Zeremonien sind nach dem Vishnu-Purana:

  • Nakshatra Kalpa - Regeln für die Verehrung der Planeten
  • the Vaitána Kalpa -Regeln für die Opfergaben nach den Veden im Allgemeinen
  • the Sanhitá Kalpa - Regeln für die Opfer, nach verschiedenen Schulen
  • the Ángirasa Kalpa -Beschwörungen und Gebete für die Zerstörung der Feinde und dergleichen
  • Sánti Kalpa -Gebete zur Abwehr von Übel

Literatur

  • Atharva Veda, Aurobindo Kapali Shastri Institute of vedic culture, Pondichery

Referenzen

Weblinks