Antigone

Aus Spiritwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stammbaum von Antigone

Antigone (bzw. Antigonae, Antigonä; 'gegen Geburt', 'gegen Biegung') ist eine Gestalt aus der griechischen Mythologie. Sie ist eines der vier Kinder aus der inzestuösen Ehe von Ödipus und Iokaste. Daneben gibt es noch eine wenig bekannte Antigone von Phthia, eine Tochter des Eurytion, des Königs von Phthia.

Antigone erscheint zuerst in der gleichnamigen Tragödie des Sophokles und auch in der Phoenissae von Euripides. Daneben gibt es weitere Quellen mit abweichenden Darstellungen.

Ödipus und Antigone

Sophokles

Sophokles behandelt Antigone in der erhaltenen Tragödie Ödipus auf Kolonos(Kolonos : Gipfel; der Hügel neben dem Marktplatz). Antigone begleitet ihren blinden Vater Ödipus in die Verbannung nach Kolonos bei Athen.
Antigone wird von Theseus befreit, der der Entführung durch ihren Onkel Kreon zuvorkommt. Nach dem Tod des Ödipus kehrt Antigone nach Theben zurück mit der Absicht, den von diesem prophezeiten Zweikampf ihrer Brüder zu verhindern.

Nach Aischylos’ Sieben gegen Theben teilen sich danach die Söhne Polyneikes('vielfältiger Streit') und sein jüngerer Bruder Eteokles('wirklich herrlich') abwechselnd die Macht in Theben. Eteokles verweigert aber den Machtwechsel nach einem Jahr und vertreibt Polyneikes, der in Argos ein Heer sammelt und gegen das siebentorige Theben zieht. Hiervon schreibt auch Euripides in den Phönikierinnen.
Eteokles bleibt an sechs Toren siegreich. Am siebenten Tor töten die Brüder sich gegenseitig.

Hier setzt das Drama Antigone von Sophokles ein.
Antigones Onkel Kreon besteigt nun den Thron. Er lässt Eteokles würdevoll beisetzen, während die Überreste von Polyneikes den Tieren vorgeworfen werden.
Antigone missbilligt die von Kreon angeordnete schmachvolle Entsorgung des Polyneikes und ersucht ihre Schwester Ismene('Wissen') um Unterstützung bei der Umstimmung von König Kreon, die aber ihre Hilfe ablehnt.
Antigone beschließt, ihren Bruder um jeden Preis zu ehren. Ismene beklagt hingegen, dass, während sie auch ihren Bruder liebt, ihre Veranlagung es ihr nicht erlaubt, sich dem Staat zu widersetzen und ein Gesetzloser zu werden.

Als Antigone trotz ihrer Verlobung mit Kreon's Sohn Haemon(Greek: Αἵμων, Haimon : 'blutig') gefangen wird, der seinen Vater bezichtigt, die göttlichen Gesetze zu missachten und seine staatliche Macht zu missbrauchen, verfügt Kreon, sie lebendig zu begraben. Ismene erklärte dazu, sie habe Antigone geholfen und wollte das gleiche Schicksal, obwohl sie nicht an dem Verbrechen beteiligt war. Antigone weigert sich, sie für eine Sache zu töten, für die sie nicht eingetreten war.
Der Seher Teiresias sagt seinem König Kreon den Tod des einzigen Sohnes Haimon voraus. Als Kreon seine Taten und Handlungen korrigieren will, hat seine gefangene Schwiegertochter sich bereits erhängt und ihr Verlobter ist aus Liebesschmerz ebenfalls in den Freitod gegangen. Kreons Ehefrau Eurydike erfährt durch einen Boten von diesen Vorfällen und stirbt auch durch die eigene Hand.

Hegel

Hegel kommentierte dazu in den Vorlesungen über die Philosophie der Religion : Auf eine plastische Weise wird die Kollision der beiden höchsten sittlichen Mächte gegeneinander dargestellt in dem absoluten Exempel der Tragödie, Antigone; da kommt die Familienliebe, das Heilige, Innere, der Empfindung angehörige, weshalb es auch das Gesetz der unteren Götter heißt, mit dem Recht des Staats in Kollision. Kreon ist nicht ein Tyrann, sondern ebenso eine sittliche Macht. Kreon hat nicht Unrecht; er behauptet, daß das Gesetz des Staats, die Autorität der Regierung geachtet werde[n muß] und Strafe aus der Verletzung folgt. Jede dieser beiden Seiten verwirklicht nur die eine der sittlichen Mächte, hat nur die eine derselben zum Inhalt. Das ist die Einseitigkeit, und der Sinn der ewigen Gerechtigkeit ist, daß beide Unrecht erlangen, weil sie einseitig sind, aber damit auch beide Recht. (George Steiner: Die Antigonen. Geschichte und Gegenwart eines Mythos. dtv, München 1990, S. 53 f., 58–60.)

Allegorie

Vom esoterisch-allegorischen Standpunkt liesse sich obiges als Fortsetzung des Ödipus-Mythos ansehen.
Der Kampf von Eteokles('wirklich herrlich') und Polyneikes('vielfältiger Streit') symbolisiert dann die lichte Merkurphase und die folgende Saturnphase der Stufe 11 des Pfades(Tod).
Nach dem Tod übernimmt König Kreon die Führung.
Der Tod von Antigones Umgebung (Ismene, Haemon('blutig') und zum Schluss auch Eurydike) und auch ihr eigener Tod durch erhängen (in der Höhle : Marsphase) entspräche drei Phasen der Stufe 12 (entsprechend der Tarotkarte 12 : Der Gehängte). Diese Phase steht mit dem Blut in Beziehung ähnlich wie die blutigen Türpfosten des israelitischen Exodus. Das Allzumenschliche in der Seele muss sterben.
Das nur zum allgemeinen Kopfschütteln. Es waren doch nicht alle griechischen Dichter insgeheime Eingeweihte.

Literatur

Weblinks