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Yogashikha Upanishad

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Die Yogashikha - Upanishad liegt in der kurzen vorliegenden und in einer umfangreicheren diese beinhaltenden Telug-Augabe vor.

Die Yoga-çikhâ('Gipfel des Yoga'), von der diese Upanishade den Namen trägt, ist entweder als die Spitze, das höchste Resultat der Yogameditation, oder als die Spitzflamme im Herzen zu verstehen, in welcher nach V. 6 der Yogi das höchste Wesen anschaut. Die Silbe OM ist das Meditationsmittel.

Inhalt der Deussen-Ausgabe

Nach einem einleitenden Vers wird zunächst (v. 2-3) ein kurzes Bild von der Yogameditation gegeben. Mystischer ist der folgende Teil (v. 4-7), welcher symbolisch eine im Leibe, im Kopfe, oder wohl richtiger im Herzen (Nârâyaṇa) befindliche Sonne annimmt.

In ihrer Mitte ist ein Feuer, welches in einer Spitzflamme (çikhâ) ausläuft, in der für die Anschauung das höchste Wesen gegeben ist; eine Vorstellung, die sich wahrscheinlich aus älteren Stellen, wie namentlich Kâṭh. 4,12-13. Mahânâr. 11,9-12. Maitr. 6,38 entwickelt hat.

Auf den Auszug der Seele des Yogin bei dem Tode muss es sich wohl beziehen, wenn weiter geschildert wird, wie der Yogin die erwähnte Sonnenscheibe durchbricht, um durch die Sushumnâ (der Sache nach schon Chând. 8,6,6 = Kâṭh. 6,16) und die Schädelnaht (Ait. 1,3,12) zur Vereinigung mit dem Höchsten zu gelangen. –

Seltsam aber und an der Richtigkeit der Lesart Zweifel erregend ist es, wenn dann weiter, ähnlich wie von den Âraṇyaka's der Opferkultus durch ein geistiges Schauen desselben ersetzt wird, so hier (v. 8-9) der Yogapraxis für solche, die sie nicht üben können oder wollen, ein viel einfacheres Mittel, nämlich die täglich dreimalige Lesung der gegenwärtigen kleinen Upanishad substituiert wird, welche zu demselben Ziele führt.

Dieses Ziel ist, wie der Schlussvers (v. 10) sagt, die durch Tausende von Neugeburten nicht erreichbare Tilgung der Sünde und Aufhebung des Samsâra.

Eine ganz andere als diese schon dem Kommentare des Nârâyaṇa zugrunde liegende Auffassung der Verse 8-9 bekunden die Varianten des Telugudruckes, in welchem die Yogaçikhâ-Upanishad etwa das Vierzigfache des Umfangs unserer Rezension hat und aus sechs Adhyâyas besteht, deren erstem (S. 589-590) die zehn Verse unserer Rezension mit manchen, zum Teil recht guten Änderungen einverleibt sind.(Paul Deussen)

Literatur

Weblinks