Lingbao Pai

Aus Spiritwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lingbao Pagode

Lingbao Pai ('Schule des heiligen Juwels oder Schule des göttlichen Schatzes') ist eine ab dem fünften Jh. zwischen der Jin Dynasty und der Liu Song Dynasty entstandene und heute erloschene Schule des Daoismus, deren Einflüsse in den heutigen Schulen zu finden sind.

Schriften

Das Lingbao Jing, eine Gruppe von ca. 40 Texten, waren die Kerntexte dieser Schule, die als Offenbarungen des Himmels angesehen wurden und nur Heiligen zugänglich waren.

Ge Chaofu, der Großneffe von Ge Hong, machte geltend, die Schriften seien ihm aus einer Tradition übertragen worden, die auf Ge Hong's Großonkel Ge Xuan (164-244) zurückgehe, der sie von der Gottheit Yuanshi tianzun erhalten haben will.

Diese Texte wurden als Talismane angesehen. Die wichtigste Schrift in der Lingbao-Schule ist Wufujing (Fünf Talismane), die von Ge Chaofu zusammengestellt wurde und auf früheren alchemistischen Arbeiten von Ge Hong basiert.

Der urprüglich der Himmelsmeister-Schule angehörende Meister Lu Xiujing (406–477) systematisierte diese Texte 471 n.Chr. zu einem Korpus. Er war der Ansicht, die Lingbao-Schriften seien die ehrwürdigsten Texte des Daoismus.

Lehren

Die Lehren waren auch stark vom Mahayana-Buddhismus geprägt, von dem ein universelles Heilsziel sowie Lehren des Karma, der fünf Pfade der Wiedergeburt und der Kalpas oberflächlich übernommen wurden. Daneben beziehen die Lehren der Lingbao Schule sich auf Ge Xuan und dessen Enkel Ge Hong. Weitere Einflüsse sind die des Shangqing-Daoismus und des Himmelsmeister-Daoismus. Die Welt wurde als aus einem primordialen Qi(yuanqi) entstanden angesehen, das sich dann in Himmel und Erde aufteilte.
Neben der Moral des Durenjing(Lingbao wuliang duren shangpin miaojing) wurden auch die konfuzianischen Tugenden gepflegt.

Pantheon

Lingbao Tianzuan

Ähnlich wie bestimmte buddhistische Schriften vom Berg Meru und den ihn umgebenden Sphären handeln, sprechen die Lingbao-Schriften von 32 Himmeln, die den Jadehauptstadt-Berg (Yujingshan) umgeben. Diese 32 Himmel sind in die drei Bereiche des Verlangens, der Form und der Formlosigkeit eingeteilt und daneben in Gruppen von jeweils den Himmelsrichtungen entsprechenden 8 Himmeln. Die Himmel werden von himmlischen Herrschern regiert. In ihnen leben die aus früheren Zeitaltern stammenden Himmlischen Vollkommenen (Zhutian Zhenren).

Eine der wichtigsten Gottheiten ist der Himmelsehrwürdige des Uranfangs (Yuanshi Tianzun). Er symbolisiert den ursprünglichen Anfang des Kosmos. Er selbst entstammt der kosmischen Leere und gilt als Schöpfer. Taishang Daojun, der Gott des Dao, gilt als dessen Schüler.

Praktiken

In dieser Schule wurden die Rituale der Himmelsmeister erneuert. Die Rezitation von Texten als Liturgie bekam eine herausragende Stellung, während der meditierende Adept in den Hintergrund trat. Die daoistische Idee, dass bestimmte Techniken es einem Anhänger erlauben können, Unsterblichkeit zu erlangen, überlebte aber. Eine Technik bestand darin, die Essenz der Sonne und des Mondes aufzunehmen. Praktizierende setzten sich zu bestimmten Zeiten des Monats den Himmelskörpern aus. Die Essenz der Sonne wurde an das Herz angepasst und als rot visualisiert, während der Mond mit den Nieren verglichen und als schwarz angesehen wurde.

Literatur

  • Yamada Toshiaki, "The Lingbao School" In Livia Kohn, ed., Daoism Handbook (Leiden: Brill), 2000, S. 225-255. ISBN 90-04-11208-1.
  • Stephen R. Bokenkamp : Lingbao, In The Encyclopedia of Taoism, Vol. 1, S. 663-69, Edited by Fabrizio Pregadio, Routledge, 2008

Weblinks