Wudoumi dao

Aus Spiritwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Wudoumi Daoismus(五斗米道 Wǔdǒumǐ dào, "Weg der fünf Scheffel Reis") wurde im Jahre 142 von Zhang Dao Ling gegründet. Die Richtung war später als Tianshi - Daoismus (天师道 Tiānshī dào, "Weg der himmlischen Meister") und Zhengyi Daoismus(正一道 Zhèngyī dào, "Weg der rechten Einheit") bekannt. Die Bezeichnung Himmelsmeister wird ab den Sechs Dynastien bis zur Tang-Zeit verwendet, während Zhengyi für spätere Perioden verwendet wird. Ab 1304 erhielt das Zhengyi eine Struktur ähnlich der Quanzhen - Schule. Die heutigen Zhengyi - Rituale gehen teilweise auf die Lingbao-Schule zurück.

Erster Himmelsmeister Zhang Daoling

Lehre

Die himmlischen Meister glaubten, dass Qi alles durchdringt. Um Unsterblichkeit zu erreichen, müsse das richtige Gleichgewicht des Qi im Körper vorhanden sein. Eine geringe Menge an Qi im Körper zu haben, würde zu Krankheit und schließlich zum Tod führen. Meditation wurde als Mittel angesehen, das Qi im Körper wiederherzustellen.

Sexualpraktiken

Sex sollte nach Ansicht der Himmlischen Meister vermieden werden, da dies zum Verlust von Qi führen könne. Das Praktizieren korrekter Sexualpraktiken diente der Vervollkommnung des inneren Geistes des Körpers. Sie sahen den Samen als eine Verkörperung des Qi an. Wenn jemand zu oft ejakuliere, verkürze sich sein Leben.
Die Himmlischen Meister missbilligten auch die Praxis von heqi (auch bekannt als "Einheit der Atemungen"). Sie befürworteten die Nicht-Ejakulation, um den Qi-Verlust zu vermeiden. Sie waren der Ansicht, dass die Methode, das Qi einer Frau zu stehlen, um das eigene Qi des Mannes wieder aufzufüllen, völlig falsch war und nicht praktiziert werden sollte. Es sind allerdings auch komplexe Sexualrituale mit dreitägiger Fastenvorbereitung bekannt.

Unsterblichkeit

Ein Ziel des frühen Daoismus bestand darin, das Leben durch Erzielung der Unsterblichkeit zu verlängern. Die himmlischen Meister lehrten, um Unsterblichkeit zu erreichen, solle man nicht das Leben in der gegenwärtigen Welt verlängern, sondern vielmehr den Tod in dieser Welt vortäuschen und auf der anderen Seite wiedergeboren werden. Dazu musste ein Adept die inneren Geister vollkommen in Einklang bringen.
Wenn jemand mit verfeinerten inneren Geistern in dieser Welt starb und nach dem Tod das richtige Gleichgewicht des Qi im Körper vorherrschte, wagte sich sein Geist zum Palast der großen Finsternis, wo seine Form verfeinert und dann auf der anderen Seite in einem vollkommenen Zustand wiedergeboren werden würde.
(Diese Darstellung von Tod und Wiedergeburt erinnert an eine verschleierte Darstellung des mystischen Todes der Stufe 13 des universellen Pfades.)
Es gibt keine überlebenden Texte mit Beschreibungen, was für ein Ort die andere Seite war. Diejenigen, die ihren inneren Geist vor dem Tod nicht harmonisieren konnten, wurden in den unterirdischen Erdgefängnissen wiedergeboren, wo sie ewigen Qualen und Mühen ausgesetzt seien.

Krankheit und Nahrung

Um jede Krankheit zu heilen war die Umkehr ein entscheidender Faktor, um den Qi-Verlust anzuhalten. Reue diente als weiteres Mittel, wobei man eine Zeit in einer Kammer des Schweigens verbrachte und seine Sünden reflektierte, oder indem man seine Brüste schlug und in den Himmel kotzte. Krankheiten wurden auch als Strafe für Vergehen angesehen und durch Beichte und mit magischem Wasser behandelt.
Krankheiten konnten auch auf andere Weise geheilt werden, beispielsweise durch die Verwendung von Heilkräutern und durch das Hören von Ritualmusik. Sehr wenig zu essen war auch von äußerster Wichtigkeit. Man enthielt sich zwecks Langlebigkeit des Getreides. Eine ideale Ernährung würde nicht aus Nahrung bestehen sondern nur aus Dingen wie Luft, die die Person durch Meditation aufnehmen konnte.

Nur wenige Texte der himmlischen Meister von Hanzhong überlebten bis heute, wobei der Xiang'er-Kommentar zum Dao De Jing der wichtigste ist.

Literatur

  • Bokenkamp, Stephen. Early Daoist Scriptures. Berkeley: University of California, 1997.
  • Tsuchiya Maasaki. “Confessions of Sins and Awareness of Self in the Taipingjing.” In Livia Kohn and Harold Roth eds., Daoist Identity: History, Lineage and Ritual (Honolulu: University of Hawai’i: 2002), S. 20-52.
  • Hendrischke, Barbara. "Early Daoist Movements" in Daoism Handbook, ed. Livia Kohn, Leiden: Brill 2000. S.134-164.
  • Livia Kohn, Daoism Handbook, Leiden: Brill, 2000, S.256-308
  • Michel Strickmann, Tantric and Taoist Studies (Brussels : Institut belges hautes etudes chinoises, 1985), S. 773-811.

Weblinks