Apollonius von Tyana

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Apollonius von Tyana (altgriech.: Ἀπολλώνιος ὁ ΤΤανεύύ; ca. 15 - ca. 100 n. Chr.), manchmal auch Apollonios von Tyana genannt, war ein griechischer neopythagorischer Philosoph aus der Stadt Tyana in der römischen Provinz Kappadokien in Anatolien. Er ist nicht mit Apollonios von Rhodos zu verwechseln, dem Author der Argonautika.

Apollonius studierte in Tarsus und im Tempel des Asklepios in Aigae, wo er sich den Lehren des Pythagoras widmete und eine asketische Lebensgewohnheit im vollen Sinne annahm. Er soll Asien bereist haben und auch Ninive, Babylon und Indien, wo er die orientalische Mystik von Magiern, Brahmanen und Gymnosophisten aufnahm. Diese Berichte sind allerdings unsicher, und auch von seiner Schriften sind nur Fragmente erhalten.

Kritik an der Überlieferung

Apollonios wurde selbst in der Frühen Neuzeit oft als pagane Gegenfigur oder Alternative zu Jesus Christus wahrgenommen. Das Werk des Philostratus, das auf Veranlassung von Julia, der Ehefrau des Severus, komponiert wurde, gilt inzwischen allgemein als ein religiöses Werk der Fiktion. Aus christentumskritischer Sicht wird auch in der Moderne die Einzigartigkeit Christi und die Glaubwürdigkeit der Schilderungen seiner Taten in den Evangelien bestritten. Dabei wird unter anderem auf die Apollonios-Legenden verwiesen. Die Argumentation lautet, die Wundererzählungen im Neuen Testament stammten aus einem allgemein verbreiteten Materialfundus, aus dem auch die Bewunderer des Apollonios geschöpft hätten, um ihren Helden zu verherrlichen. Analoge Erwartungen der jeweiligen Anhänger seien mit verblüffend ähnlichen Legenden bedient worden[1].

Frau Blavatsky äußerte sich in Isis entschleitert (Isis unveiled, 1877) und Die Geheimlehre (The Secret Doctrine, 1888) dahingehend, daß er seinen Zeitgenossen dieselbe Höhe moralischer Wahrheiten wie Christus eingeprägt habe aber den Fehler begangen habe, sich zu eng mit den höheren Klassen der Gesellschaft zu verbinden, statt sich wie Christus den Armen zuzuwenden(ob dieser das tat ist ein Synoptisches Problem der Urevangeliumshypothese)

Die Tafel der Weisheit des Bahá'u'lláh (Gründer des Bahá'í-Glaubens) nennt "Balinus" (Apollonius) einen großen Philosophen, der "alle anderen in der Verbreitung von Kunst und Wissenschaft übertraf und zu den höchsten Höhen der Demut und des Flehens erhoben wurde."

Literatur

Referenzen

  1. Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. 3, Reinbek 1990, S. 238f., 297f.

Weblinks