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Praktische Philosophie

Aus Spiritwiki

Aristoteles hatte der theoretischen Philosophie, die sich auf zweckfreie Erkenntnis notwendiger Gründe richtet, die praktische Philosophie (Ethik, Ökonomie und Politik) gegenübergestellt: Diese bezieht sich auf das zweckgebundene praktische und politische Handeln des Menschen.

Die 'Praktische Philosophie' ist eine Richtung der Philosophie, die sich mit Ethik, Rechtsphilosophie, Staatsphilosophie, politischer Philosophie, Wirtschaftsphilosophie und Politik befasst.

Vor dem Hintergrund der Forderung nach Wissenschaftlichkeit begannen sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts die einzelnen Teildisziplinen der praktischen Philosophie allmählich als Einzeldisziplinen herauszubilden.

In der angewandten Ethik, die sich als Individualethik und Sozialethik präsentiert, werden Antworten wie auf die Kantsche Frage "Was sollen wir tun?" gesucht. Sie erstellt Kriterien für die Beurteilung von Handlungen und bewertet diese hinsichtlich ihrer Motive und Konsequenzen.
Dabei unterscheidet sie sich von der Moral, die bestimmte Handlungen traditionell oder konventionell vorschreibt, obwohl das Ziel der normativen Ethik auch in der Begründung von allgemeingültigen Normen und Werten gesehen werden kann.

Dieses Ziel ist gemäß der deontischen Logik und auch aufgrund von Humes Gesetz unmöglich, wonach nicht von einem Sein auf ein Sollen geschlossen werden kann bzw. nicht von einer Menge rein deskriptiver Aussagen ohne weiteres auf normative oder präskriptive Aussagen logisch geschlossen werden kann.
Um Normen aus nichtnormativen Sätzen zu abzuleiten, müssen bestimmte Werte, Normen oder Präferenzen immer vorausgesetzt werden, damit weitere Normen abgeleitet werden können.
Rationale Ethik bestünde daher nur in der Prüfung, ob bestimmte Normen mit übergeordneten Zielen logisch vereinbar sind oder nicht. Bei einer voraussetzungslosen Philosophie hingegen wären ethische Maßstäbe für grundsätzliche Zweckorientierungen logisch nicht zu gewinnen.

Praktische Philosophen versuchen oft, eine oberste Regel oder ein allgemeines Kriterium für moralisches Handeln zu finden. Dabei setzt die wenig populäre Goldene Regel gleiche Wünsche aller Beteiligten voraus. Dem Utilitarismus zufolge ist das oberste Moralprinzip, das größte Glück der größten Zahl anzustreben. Verbreitet ist auch Kants kategorischer Imperativ:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
„Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“ (Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Akademie-Ausgabe Kant Werke IV, S. 421 bzw. S. 429, 10–12)

Dabei übersieht diese Ethik die weltweite Unwichtigkeit der kleinen Person und Zusammenhänge, denen sich ethische Entscheidungen weise unterordnen müssen.


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