Tabula Smaragdina

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Lateinische Tabula Emeralda

Die Tabula Smaragdina (smaragdene Tafel, auch Tabula Emeralda) ist ein traditionell dem Hermes Trismegistos[1], der eine Verschmelzung des griechischen Gottes Hermes mit dem ägyptischen Gott Thot darstellt und auch tatsächlich gelebt haben soll, zugeschriebener Text, der eine philosophische Säule der Hermetik bildet.

In den etwa zwölf allegorischen Sätzen spiegelt sich die Anschauung eines Mikrokosmosses und eines Makrokosmosses.

Die älteste überlieferte Textversion findet sich im Anhang eines arabischen Manuskripts des sechsten Jahrhunderts. Im 12. Jahrhundert wurde die Tabula aus dem Arabischen durch Gerhard von Cremona ins Lateinische übersetzt und im Mittelalter und im Zeitalter der Renaissance auch von vielen Alchemisten kommentiert.

Der bekannteste Satz der lateinischen Version ist 2. Quod est inferius, est sicut (id) quod est superius, et quod est superius, est sicut (id) quod est inferius, ad perpetranda miracula rei unius... : Das was unten ist, ist wie das, was oben ist. Das was oben ist, ist wie das was unten ist, ein ewig dauerndes Wunder des Einen...So wirst Du die Herrlichkeit der ganzen Welt erlangen, alle Dunkelheit soll von Dir weichen.... [2]

Die Tabula auf deutsch

Ein veränderter deutscher Text

Verfaßung der geheimen Künste des Hermes Trismegistens.

  1. Warhafftig / außer aller Vnwarheit / gewiß und warlich sage ich:
  2. Die Geschöpf hie nieden gesellen sich zu denen dort oben / und diese hinwiederumb zu jenen / auf daß sie mit gesambter Hand ein Ding herfür bringen mögen / so voller Wunder steckt.
  3. Vnd gleich wie alles auß einem durch deß einigen Schöpffers Wort entstanden: Also werden auch alle Ding nunmehr auß diesem einzigen ding durch anordnung der Natur gebohren.
  4. Sein Vatter ist die Sonne / und seine Mutter der Mond; die Lufft träget es gleich als in Ihrer Bärmutter; seine Säugamme aber ist die Erde.
  5. Diß Ding ist der Vrsprung aller Vollkommenheit der Sachen so in der Welt sind.
  6. Seine Krafft ist am vollkommensten / wann es wiederumb in die Erde eingekehret ist.
  7. Scheide alsdann die Erde fein von einander / so sie im Fewer gewesen / und mache ihre Dicke je subtiler und subtiler durch Hülffe des allerlieblichsten Dinges in der Welt.
  8. In Summa. Steige durch großen Verstand von der Erden gen Himmel / und von dannen wiederumb in die Erde / und bringe die Krafft der obern und untern Geschöpff zusammen / so wirst du aller Welt Herrlichkeit erlangen: Dannenhero auch kein verächtlicher Zustand mehr umb dich sein wird.
  9. Diß Ding ist in allen starcken Sachen zu starck; dann es so wol die subtilste Ding überwinden als auch die härteste und dichteste durchdringen kan.
  10. Auf diesen Schlag ist alles geschaffen was die Welt begreifft.
  11. Dannenhero können wundersame Dinge gewircket werden / wann es auff solche Weise angestellet wird.
  12. Und mir hat man deßwegen den Namen Hermes Trismegistus gegeben / weil ich alle drey Theil der Weißheit dieser gantzen Welt besitze.
  13. Diß sey gesagt von dem Meisterstück der chemischen Kunst.[3]

Literatur

Referenzen

Weblinks