Sanron-shū

Aus Spiritwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Sanron-shū - Schule (jap. 三論宗; ~ Schule der drei Shastra) ging aus dem chinesischen Samnon Jong (Sanlun zong; wyl. San-lun tsung) hervor, das in die drei Reiche von Korea und schließlich im 7. Jahrhundert als Sanron-shū nach Japan gebracht wurde.
Der Name bezieht sich auf den Kanon der Schule, der aus den drei Erörterungen (chinesisch 三論, Pinyin Sānlùn, W.-G. San-lun) besteht.
Die Sanron-shū - Schule ist somit eine japanische Form einer Philosophenschule der Madhyamaka.

Geschichte

Nach der eigenen Überlieferung wurde die Sanron-shū im Jahr 625 durch den koreanischen Mönch Hye-kuan (um 600; jap. Ekan), ein Schüler von Ji Cang (549–623; jap. Kichizō) , der seinerseits Schüler des Begründers des Sanlun-Zweiges Fa-lang(Seng-ch’üan) war, in Japan begründet und am Gangō-ji verbreitet. Er gilt daher als ihr erster Patriarch.

Sanron-Lehren waren aber schon durch Hye-cha (um 600; jap. Eji; Lehrer des Prinzen Shōtoku Taishi) und Hye-chong (um 600; jap. Esō) in Japan verbreitet.
Unter dem Einfluss der Shingon-shū kam in der Heian-Zeit innerhalb der Sanron-shū ein verstärktes Interesse am esoterischen Buddhismus (Mikkyō) auf. Im Zuge der Erstarkung der Hossō-shū war die Schule bereits im Schwinden.

Schriften

Die obigen erwähnten 'drei Erörterungen' sind:

  1. Chūron (skt. Madhyamaka-śastrā; dt. etwa „Diskurs zum Mittleren Weg“), ein Kommentar zu Nagarjunas Mūla-madhyamaka-kārikā, entstanden im 4. Jahrhundert. Die Autorschaft ist umstritten.[1]
  2. Jūnimon-ron (skt. Dvādaśa-nikāya-śāstra; dt. etwa „Diskurs zu den Zwölf Zugängen“), ein Text von Nagarjuna selbst.
  3. Hyaku-ron (skt. Śata-śastrā; dt. etwa „Diskurs in hundert Strophen“), ein Text von Nagarjunas Schüler Aryadeva (ca. 3. Jh.; jap. Daiba).

Die Texte sind Übersetzungen der Sanskrit-Originale, angefertigt von Kumārajīva (344–413; jap. Kumarajū),
Die ältesten erhaltenen Schriften von Vertretern der Sanron-shū-Schule stammen aus dem 8. Jahrhundert

  1. das Hannya-shin-gyō-justu-gi von Chikō (ein Schüler Chizōs) ,
  2. ein Kommentar zum Hannya-shin-gyō und von Anchō (763–814; Schüler von Zengi (729–812), seinerseits Schüler von Dōji)
  3. das Chūgan-ron-sho-ki bzw. Chūron-sho-ki (nicht zu verwechseln mit einer gleichnamigen aber nur namentlich bekannten Schrift von Chikō), einem Kommentar zum Chūron.

Die Lehre unterzog in extremer Weise ausnahmslos alle Konzepte und sprachlichen Aussagen dem 'Mittleren Weg achtfacher Negation' (jap. happu-chūdō). So sollen selbstwidersprüchliche monistische oder dualistische Positionen vermieden und die Erleuchtung erreicht werden. Dabei unterschied sie auch falsche Lehren, zu denen (aus der eigenen Sicht) Falschinterpretationen und Lehren gezählt wurden, die am Konzept der Leere des Selbst und der Dharma festhalten(dazu zählte beipielsweise die Jōjitsu-shū). Als Wahrheit wurde nur die absolute Wahrheit (paramārtha satya) akzeptiert.

Weblinks