Psychologie

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Die Psychologie (griech. psychología, Seelenkunde; von psyché Hauch ‚Seele, Gemüt) als Lehre bzw. Wissenschaft entstand im vorletzten Jahrhundert als Ableger der Philosophie.
Die Psychotherapie beschäftigt sich mit der Heilung bzw. Behandlung der erkrankten Seele. Psychiatrie und Psychosomatik sind Teilgebiete der Humanmedizin. Ein Psychoanalytiker ist daher meistens ein Psychologe oder Arzt, der nach dem Studium eine Weiterbildung in Psychoanalyse abgeschlossen hat.

Schulen

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelten sich Schulen wie Allgemeine Psychologie, Individualpsychologie bzw. Tiefenpsychologie(Adler, Jung), die American Association for Humanistic Psychology (AHP) als Vorreiter der Humanistischen Psychologie, Sozialpsychologie und Massenpsychologie, Biologische Psychologie, Differentielle- bzw. Persönlichkeitspsychologie und Entwicklungspsychologie. In den letzten Jahren trat die 'transpersonale Psychologie' hinzu.

Zuden Grundlagenfächern zählen heute die biopsychologischen Grundlagen, Wahrnehmung und Wahrnehmungsverzerrungen, Täuschungen, kognitive- und Gedächtnisirrtümer, Denken, Entscheidungspsychologie, Motivation, Emotion, Sozialpsychologie, Entwicklungspsychologie.
Die psychologische Methodenlehre befasst sich mit der Bandbreite des Instrumentariums psychologischen Erkenntnisgewinns.
Die Theoretische Psychologie versucht die verschiedenen entwickelten Theorien in einer übergeordneten Sichtweise zusammenzufassen.

Der Mensch wurde in den vergangenen Jahrhunderten allmählich seiner selbst bewusst. Es entwickelte sich allerdings ein falsches Freiheitsbewusstsein im Sinne eines Liberalismusses. Daher ist es für ein lebbares Miteinander notwendig, den individualisierten egoistischen Einzelnen durch Gemeinschaftswerte, Gesetze und Regeln im Zaum halten, der die religiösen Regeln über Bord geworfen hat.

Die Psychologie versucht das Verhalten und die Erlebniswelt des Menschen zu erklären und erforschte seine Entwicklung im Laufe des Lebens und alle dafür maßgeblichen inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen. Dazu wurde u.a. eine Persönlichkeitstheorie[1] entwickelt.
Die von Sigmund Freud begründete Psychoanalyse mit der Triebtheorie und dem Modell der infantilen Sexualität als Teil der Tiefenpsychologie hat eine Ausrichtung auf die Erforschung des Unbewussten.

Wissenschaftliche Objektivität

Die Psychologie ist keine exakte sondern eine empirische Wissenschaft, in der die Psyche des Wissenschaftlers mit einfliesst. Daher erfahren hier Okkultismus und Spiritualität oft Deutungen wie Wahn(inhaltliche Denkstörung), Schitzophrenie(Störungen im Bereich der Wahrnehmung, des Denkens, der Ichfunktionen), Psychose (Verlust des Realitätsbezugs)[2] oder Neurose(erlernte Fehlanpassung).

Da Empirie nicht alle psychologischen Phänomene erfasst, ist auch auf die Bedeutung der geisteswissenschaftlichen Psychologie zu verweisen.

Spirituelle Psychologie

Die Ansätze einer spirituellen Psychologie sind verschieden. Das mag damit zusammenhängen, dass die Aspiration eines Patienten zumeist gar nicht spirituell ist. Manchmal erfolgt auch ein Hinweis auf ein höheres Selbst. Übt sich solch ein Patient in Meditation und sucht darüber Erfüllung im Leben, so ist das keine wirkliche Spiritualität sondern eher eine kleine Variante des schwarzen Pfades, der das individuelle Selbst stärkt. Einige dieser kleinen Schulen verweisen allerdings auch auf ein höheres Selbst, ohne dieses genau zu definieren.

Wahre Spiritualität überwindet den momentanen Menschen, der sich auch nicht über Soziabilität beschreiben lässt.
...Die Schwierigkeit ist sowohl psychologischer wie körperlicher Art. Die psychologische besteht in der Auswirkung der nicht überwundenen Tierhaftigkeit auf das Leben, besonders in der Beharrlichkeit der groben Instinkte, Impulse und Begierden des Körpers. Die körperliche resultiert aus unserer körperlichen Struktur mit seiner organischen Instrumentation, die die Dynamik der höheren göttlichen Natur einschränkt... (Sri Aurobindo in Die Offenbarung des Supramentalen)

...Es ist falsch zu fordern, der Einzelne habe sich der Gemeinschaft zu unterwerfen oder mit ihr zu verschmelzen. Eine Gemeinschaft kann sich nur durch ihre fortschrittlichsten Individuen entwickeln, und diese können nur wirklich weiterkommen, wenn sie frei sind. Es ist aber wahr, dass der Einzelne seine Einheit mit der Gemeinschaft und mit dem All in wachsendem Masse findet, sowie er spirituell fortgeschritten ist..., (Sri Aurobindo, Das Göttliche Leben, II, 28)

...Im gnostischen oder göttlichen Wesen, im gnostischen Leben, wird ein nahes und vollständiges Bewusstsein des Selbstes der Anderen bestehen, ein Bewusstsein ihres Denkens, des Lebens, des körperlichen Seins, welche gefühlt werden als wie die eigenen. Das gnostische Wesen wird nicht aus einer Oberfläche von Liebe und Sympathie oder einem ähnlichen Gefühl heraus handeln, sondern aus diesem nahen schweigenden Bewusstsein, dieser vertrauten Einheit...Sri Aurobindo, Das göttliche Leben II, 28)

Literatur

Referenzen

Weblinks