Pistis Sophia

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Die Texte der Pistis Sophia (Glaube und Weisheit) gehören zu den wichtigsten koptisch-gnostischen Texten. Die heute überlieferte Pistis Sophia ist die koptische Übersetzung aus einem ursprünglich griechischen Werk, des Codex Askewianus oder Askew Codex, eines sahidischen Manuskripts mehrerer ursprünglich griechischer gnostischer Schriften.

Die Handschriften stammen aus der Zeit zwischen 150 und 300 n. Chr. In der Epoche ab 325 n. Chr. hatte die frühe Kirche sich als offizielle Religion des römischen Reiches etabliert, und daher wurde die Pistis Sophia - Literatur weitgehend unterdrückt(Herätiker).

Der Text selbst behauptet, diese umfangreichen und komplexen Lehrreden seien nur 11 Jahre nach der Auferstehung Christi entstanden. Zu den gnostischen Texten zählen neben dem Papyrus Berolinensis 8502, der heute in Berlin aufbewahrt wird, und dem Codex Brucianus auch der Codex Askewianus, der heute im British Museum 1795 ausgestellt ist.

Eine verbesserte deutsche Übersetzung des koptischen Textes erfolgte 1925 durch Carl Schmidt.

Die Texte präsentieren Lehrgespräche, die Christus nach seiner Auferstehung mit den Jüngern gehalten haben soll.

Inhalt

Nach der Pistis Sophia hat Jesus noch elf Jahre nach der Auferstehung auf Erden gewirkt. Er habe seine Jünger noch die erste Stufe der Mysterien gelehrt.

Nach einer Schilderung von Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Christi, die zugleich den Auf- und Abstieg der Seele beschreibt, werde die wichtigsten Gestalten der gnostischen Kosmologie behandelt. Neben der Pistis findet auch die umstrittene Maria Magdalena dort mehrfache Erwähnung. Jesus sagt einmal: 'Maria Magdalena und Johannes der Unschuldige werden über all meinen Jüngern stehen.' (Pis. Soph. 2,96).

Es werden 32 fleischliche Begierden aufgezählt, die für die Erlösung überwunden werden müssen.

Der Text ist in drei Hauptteile unterteilt.

1. Im ersten ist Jesus mit seinen Jüngern für elf symbolische Jahre nach seiner Rückkehr von den Toten am Ölberg. Der auferstandene Jesus verbrachte einige Zeit damit, seine Jünger zu belehren, bevor er seine letzte Himmelfahrt vollzog. Plötzlich, inmitten von Donner und Blitz, erhebt er sich in die Höhe des Himmels inmitten eines intensiven blendenden Lichtes. Nach dreißig Stunden kehrt Jesus umgeben von drei Roben des Lichts mit einem helleren Schein zurück, als er aufgestiegen war. Danach beginnt er seine Jünger über seine Erfahrungen und andere esoterisch-okkulte Dinge zu unterrichten.

2-3.Die beiden anderen Teile sind die Erzählung der Geschichte von Pistis Sophia und zusätzliche Anweisungen an die Jünger in Dialogform.

Der Sophia-Mythos ist eine verschleierte Offenbarung der Pilgerreise der Seele :

Nach seiner Rückkehr von seinem Aufstieg beschreibt Jesus die Hierarchien der verschiedenen Ebenen, durch die er auf seinem Weg nach oben passierte. Die Aufzählung der Entitäten ist verwirrend, da nirgendwo im Text eine Erklärung für ein solches kosmologisches System mit diesen Entitäten existiert.
Nach mehreren Konflikten mit den Wesen der niederen Ebenen findet Jesus die Pistis Sophia ("Glaubensweisheit") unter dem dreizehnten Aeon, d.h. in ihrem ursprünglichen Zuhause. Äonen sind in diesem Text Entitäten, die Ebenen oder Zonen des Bewusstseins zwischen Himmel und Erde regieren.
Sie war allein, mit ihrem Konsorten oder ihren Brüdern, traurig und trauernd von den Qualen berichtend, die ein Wesen namens Authades, der Selbstzentrierte, ihr mit Hilfe seiner Emanationen und der zwölf Äonen zugefügt hatte.

Als die Pistis Sophia im dreizehnten Aeon das Licht der Höhe auf dem Vorhang des Schatzes des Lichts sah, fing sie an, Lobpreisungen für dieses Licht zu singen. Von da an begann der Selbstzentrierte sie zu hassen, ebenso wie die zwölf Äonen unter ihm. Der Selbstzentrierte dachte sich eine List aus, um sie zu betrügen.
Pistis Sophia wurde dazu verleitet, nach unten zu schauen, und dort sah sie das Licht einer anderen Wesenheit namens Löwen-Angesicht-Macht. Da sie nicht wusste, dass es eine Emanation des Selbstzentrierten war, beschloss sie, ohne ihrem Konorten dem Licht zu folgen und dachte, dass das ihr ermöglichen würde, zum Licht der Höhe zu gehen.
Sobald sie sich von ihrem Herkunftsort entfernte, wurde sie immer weiter ins Chaos hinabgezogen, mit den Emanationen des Selbstzentrierten und der Zwölf Äonen, die ihr ständig nachjagten und versuchten, ihr Licht wegzunehmen. Als sie schließlich Jesus von Licht umgeben sah, rief sie zum Licht der Lichter und sprach eine Reihe von Metanoia aus, die oft als 'Reue' übersetzt wurden.[1]

Literatur

Referenzen

Weblinks