Orphiker

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Orpheus - Landkarte

Die Orphiker waren eine mystische Strömung, die sich auf den Sänger und Dichter Orpheus berief, in dem sie den Urheber ihrer Lehren und den Autor wichtiger orphischer Texte sahen. Orpheus wurde schon im 6. Jahrhundert v. Chr. zu den Argonauten gezählt, also schon eine Generation vor dem Trojanischen Krieg.

Lehre

Das Ziel der Orphiker war die Vorbereitung auf ein Fortleben der Seele nach dem Tode. Sie teilten einige Ziele und Lehren mit den Pythagoreern, die Pythagoras im 6. Jahrhundert v. Chr. in Süditalien gegründet hatte. Nach der Anschauung der Orphiker kann man durch Reinigung und Initiationen das titanische Element in sich beseitigen und ein Bakchos werden. In diesem Zusammenhang war der Zagreus - Mythos für die Orphiker essenziell.

Kosmogonie

Die orphische 'Theogonie' behandelt die Weltentstehung. Das orphische Ei ist ein kosmisches Ei, aus dem die primordiale Gottheit Phanes hervorging, die wiederum andere Götter schuf. Das Ei wird vielfach mit einer herumgewundenen Schlange dargesellt.

Der erste Gott in der Kosmogonie der Orphiker war zwar der Protogonos Phanes. Anders als in der griechischen Mystik sahen die Orphiker teilweise auch die Urwasser(Hydros) als Urgrund der Schöpfung an, evtl. als Überlieferung ägyptischer Schöpfungsmythen.
Im Vishnuismus liegt Vishnu und auch Nyagrodhasayin-Vishnu auf ähnlichen primordialen Wassern.

Orphisches Ei

Die ältesten erhaltenen Schriften sehen sogar die 'Nacht' als Ursprung an.

Ein Überlieferungszweig der frühen Orphiker sieht nicht Phanes sondern die Zeit (Chronos) als das Ursprungsprinzip von allem. Chronos bringt zuerst die Prinzipien Aither und Chaos(klaffender Raum, gähnende Leere) hervor. In der zweiten Phase erschafft Chronos im Aither ein silbrig glänzendes Weltei.

Literatur

Von der orphischen Literatur sind nur wenige Texte erhalten.

Weblinks