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Muse

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Muses Sarcophagus

Die Musen (griechisch Μοῦσαι Mousai, Einzahl Μοῦσα Mousa) sind in der griechischen Mythologie Schutzgöttinnen der Künste. Am Anfang griechischer Epen und Hymnen steht oft eine Anrufung der Muse. Homers Odyssee beginnt mit den vielzitierten Versen: Nenne mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes, Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung.

Nach Hesiod ist Mnemosyne die Göttin der Erinnerung und mit Zeus Mutter der neun olympischen Musen. Hesiod wies ihnen aber noch keine Zuständigkeitsbereiche und Attribute zu. Erst nach und nach gab es eine sich festigende Zuordnung von Name, Funktion und Attribut:

  1. Klio (Κλειώ, altgriechisch Kleio), die Rühmende, ist die Muse der Geschichtsschreibung (Attribute: Papierrolle und Schreibgriffel)
  2. Euterpe (Εὐτέρπη), die Erfreuende, ist die Muse der Lyrik und des Flötenspiels (Attribut: Aulos, die Doppelflöte)
  3. Melpomene (Μελπομένη), die Singende, ist die Muse der Tragödie (Attribut: ernste Theatermaske, Weinlaubkranz, wahrscheinlich auch ein Schwert oder eine Keule)
  4. Erato (Ἐρατώ), die Liebevolle, Sehnsucht Weckende, ist die Muse der Liebesdichtung (Attribut: Saiteninstrument, Leier)
  5. Terpsichore (Τερψιχόρη), die fröhlich im Reigen Tanzende, ist die Muse für Chorlyrik und Tanz (Attribut: Leier)
  6. Urania (Οὐρανία), die Himmlische, ist die Muse der Astronomie (Attribut: Himmelskugel und Zeigestab)
  7. Thalia (Θάλεια, altgriechisch Thaleia), die Festliche, die Blühende, ist die Muse der Komödie (Attribut: lachende Theatermaske, Efeukranz und Krummstab, denn auch die heitere bukolische Poesie gehört zu ihr)
  8. Polyhymnia (Πολύμνια), die Hymnenreiche (Liederreiche). Sie ist die Muse des Gesangs mit der Leier (kein spezifisches Attribut, manchmal die Leier)
  9. Kalliope (Καλλιόπη), die mit der schönen Stimme, ist die Muse der epischen Dichtung, der Rhetorik, der Philosophie und der Wissenschaft (Attribut: Schreibtafel und Schreibgriffel)

Drei apollonische Musen (Μοῦσαι Απολλωνίδες Moûsai Apollōnídes) oder auch delphische Musen wurden drei Töchter des Apollon bezeichnet: Kephiso oder Nete, Apollonis oder Mese, Borysthenis oder Hypate. Sie stellen die drei Saiten der Lyra des Apollon dar und sollen auf dem Helikon gewohnt haben. In der Antike galt der Berg Helikon mit der Quelle Hippokrene als der Sitz der Musen, bis sie von Apollon nach Delphi gebracht wurden, wo sie oberhalb von Delphi am Parnass bei der kastalischen Quelle wohnten. (Eumelos von Korinth, Plutarch, der noch Polymatheia (die Belesenheit, Gelehrsamkeit) hinzufügt).

Die zwei Quellen Aganippe und Hippokrene sind nach der griechischen Mythologie durch einen Huftritt des Pegasus entstanden. Die Nymphe des Berges war Echo.

Nach Pausanias (Beschreibung von Griechenland 9. 29. 1), der die 3 Musen Melete (Übung, Fertigkeit), Mneme (Gedächtnis), Aoide (Gesang, Musik) überlieferte, waren Ephialtes und Otos, die Aloadai (Aloadae), die auch Askra (Ascra) gründeten, die ersten, die den Helikon den Mousai opferten und den Helikon einen heiligen Berg nannten.

Literatur

  • Oskar Bie: Musen. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 2,2, Leipzig 1897, Sp. 3238–3295.
  • Wilhelm Heinrich Roscher: Aganippe 1. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 98

Weblinks