Konfuzianismus

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Der Begriff Konfuzianismus (chin. 儒家思想, Pinyin Rújiā sīxiǎng : Ideen der Anhänger der Schule der Gelehrten) steht für Philosophien und politische Vorstellungen, die sich in die Tradition des Konfuzius und seiner Schüler stellen, die während der Zhou-Dynastie entstand.
Diese Schule wird in China auch als Rujia (儒家 Schule der Gelehrten) bezeichnet. Die Bezeichnung Konfuzianismus geht auf christliche Missionare zurück, die im 17. Jahrhundert den Namen des Begründers der Schule latinisierten.

Kong Fuzi

Konfuzius (Kǒng Fūzǐ, K'ung-fu-tzu :‚Lehrmeister Kong‘, Pinyin Kǒng Zǐ, W.-G. K’ung-tzǔ : Meister Kong) war ein chinesischer Philosoph zur Zeit der östlichen Zhou-Dynastie. Er lebte wahrscheinlich von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr. und wurde unter dem Namen Kong Qiu (孔丘, K’ung Ch’iu) in der Stadt Qufu im Staat Lu (heutige Provinz Shandong) geboren. Dort starb er auch. Die Lehren wurden von Zeng Zi an den Enkel des Meisters Zi Si weitergegeben.
Nach dessen Tod wurden sie an Menzius übertragen. Dieser reformierte die philosophische Ausrichtung und entwickelte sie weiter. Dadurch konnte der Konfuzianismus unter der Han-Dynastie zwar zur chinesischen Staatsphilosophie aufsteigen. Seine Bemühungen um Reformen hatten aber geringen Einfluss.
Mengzi vertrat ein positives Menschenbild, nach dem der Mensch von Natur aus gut ist und nur die Umwelt und die Emotionen ihn vom Guten entfernen.

Die moralischen Lehren und die eigene konfuzianistische Lebensweise wurden als mustergültig angesehen. Die Ordnung galt hier als Bedingung für Freiheit. Im Gegensatz zum Daoismus beziehen sie sich allerdings auf eine äußerliche Kultur ohne innere Wandlungsmethoden des Neidan.

Bild aus Confucius Sinarum Philosophus

Lehre

Der Konfuzianismus gehört in China neben dem Mahayana-Buddhismus und dem Daoismus zu den sog. 'Drei Lehren'. Er prägte viele Jahrhunderte die chinesische Kultur und Gesellschaft und beeinflusste danaben den Alltag in China, Japan, Korea, Singapur, Vietnam und auf Taiwan. Ab dem 16. Jahrhundert wurden diese Lehren in Europa durch Berichte des Missionars Matteo Ricci bekannt. Im Jahr 1687 folgte die Übersetzung seiner Schriften ins Lateinische durch Pater Prospero Intorcetta.

Grundlegende Werke

Die sog. fünf Klassiker bilden den klassischen Kanon des Konfuzianismus.

  1. 春秋 Chunqiu, die Frühlings- und Herbstannalen (Chronik der Ereignisse in Konfuzius’ Heimatstaat Lu vom 8. bis zum 5. Jahrhundert v. Chr. ) - als ihr Author gilt Konfuzius
  2. 書經 Shujing, das Buch der Urkunden (Sammlung von Gesetzen und Erlassen mit Kommentierung) - frühe östliche Zhou-Zeit (771–256 v. Chr.)
  3. 禮記 Liji[1], das Buch der Riten (Riten für den Umgang mit den Ahnen, dem König, der Familie) - in der Han-Zeit (206 v. Chr.–220 n. Chr.) aus alten und zeitgenössischen Materialien kompiliert
  4. 易經 Yijing, das Buch der Wandlungen (Vierundsechzig Hexagramme, Textbuch des Großwahrsagers)
  5. 詩經 Shijing, das Buch der Lieder (Eine Sammlung alter Volkslieder)

Die beiden letzteren gehen in ihren ältesten Teilen auf die späte westliche Zhou-Zeit (ca. 1000–771 v. Chr.) zurück .

Durch 4 Konfuzius zugeschriebene Bücher wurden diese fünf Klassiker zu den Neun Klassikern (jiujing 九經) erweitert:

  1. Zhouli 周禮 – Riten der Zhou
  2. Yili 儀禮 – Etikette und Riten
  3. Xiaojing 孝經 – Klassiker der kindlichen Pietät
  4. Lunyu 論語 – Sammlung von Sprüchen und Ideen des Konfuzius

Unter Kaiser Taizong wurden die vier Bücher sowie das Buch der kindlichen Pietät Xiaojing und das Wörterbuch Erya zu Klassikern erhoben. Nachdem das 'Große Lernen' und 'Maß und Mitte' zum Buch der Riten gehören, ergaben sich so dreizehn Klassiker:

  1. Mencuis (孟子 Mèngzǐ) - eine Sammlung von Anekdoten und Gespräche des konfuzianischen Denkers und Philosophen Menzius
  2. Erya 爾雅 – Annäherung an das Angemessene ('Maß und Mitte') - ein Wörterbuch

Kommentare zu obigen Chunqiu - (Frühling - und Herbstannalen)

  1. Zuo zhuan ( 左傳; Wade–Giles: Tso chuan) Kommentar zum Chunqiu (Periode von 722 - 468 v. Chr.)
  2. (Gongyangzhuan 公羊傳 – Kommentar des Gongyang Gao 公羊高 zum Chunqiu
  3. Guliang Zhuan 穀梁傳 – Kommentar des Guliang Shu 穀梁淑 zum Chunqiu

Literatur

Referenzen

Weblinks