Huang Ting Jing

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Das Huang Ting Jing(Der gelbe Hofklassiker, 黄庭经) ist ein daoistischer Meditationstext, der aus einem relativ ungeklärten Ursprung an die Daoistin Wei Huacan(Wei Hua-Ts’un) (225-334 CE) übermittelt wurde, die zu den Gründern der Shangqing-Tradition zählt.
Ein Meister Qing Xu Zhen Ren soll sie eine 'Huang Ting' Qi Gong - Übung gelehrt haben, welche sie bald meisterte. "Gelber Hof" bezieht sich auf Mittelerde, was wiederum die Milz bedeutet. Daher konzentrierte sich diese Übung auf die Stärkung der Milz.
Auf der Basis der Theorie der fünf Eingeweide(Organe) und der sechs Innereien überarbeitete Frau Wei dieses Übungssystem und schrieb das 'Huang Ting Nei Jing Jing' (Der Klassiker des Gelben Gerichts - innerer Ausblick) und das Huang Ting Wai Jing Jing (Der Klassiker des Gelben Gerichts - äusserer Ausblick). Diese Arbeiten zielten darauf ab, das Potenzial des 'Tontöpfepalastes' (ni wan gong), d. h. des dritten Auges zu erschließen und so die Fähigkeit zu erlangen, in den eigenen Körper und in die Körper anderer zu sehen.

Das Manuskript besteht dementsprechend aus einem externen (Wai, 外, 100 Verse) und einem internen (Nei, 内, 435 Verse) Teil. Zusammen werden sie auch als 'Jade-Buch' referenziert. Beide erklären die Prinzipien der Erhaltung und Pflege der Gesundheit in Form von siebenstelligen Versen. Sie geben im menschlichen Körper obere, mittlere und untere Elixierfelder an, die drei 'Gelben Höfen' entsprechen. Der obere gelbe Hof befindet sich im Gehirn, der mittlere gelbe Hof befindet sich im Herzen, und der untere gelbe Hof befindet sich in der Milz.

Im vierten Jahrhundert präsentierte der Kalligraph Wang Xizhi (王羲之) den vollen Text des internen Teils des Huang Ting Jing auf Steintafeln.

Der erste Bezug auf diesen Text befindet sich bei Meister Ge Hong im vierten Jahrhundert.

Inhalt

Der Text lehrt u.a. verschiedenste Visualisationstechniken. Er wurde später auch in anderen daoistischen Schulen herangezogen.

Der Text des 'Huang Ting Jing' enthält Meditationsanweisungen für die Ausrichtung des Praktizierenden auf das Universum und seine spirituellen Gesetze und Kräfte('Himmel'), um Funktionen und Prozesse des Körpers zu regulieren und zu verbessern ('Königreich').

Die Schlüsselkomponente konzentriert sich jedoch auf die Zusammenarbeit mit den himmlischen Geistern (Shen), von denen angenommen wird, dass sie die intelligenten organisatorischen Aspekte der menschlichen Existenz bilden.
Zusätzlich zu den spezifischen Stellen im Körper (wie Lunge, Nieren, Leber, Herz, Milz usw.) werden die Natur und die Mission dieser personifizierten Geister durch Farbe, Material und Form ihrer Kleidung bezeichnet. Die Farben verweisen zumeist auf eines der fünf Elemente. Die Farbe 'rot' ist beispielsweise mit dem Herz und dem Feuer-Element verbunden. Die anderen Attribute der Geister sind symbolisch mit den Konzepten von Yin Yang, den Acht Trigrammen (Bagua, 八卦) des I Ging etc. verbunden.
Die Schrift entwickelt so schrittweise eine systematische Beschreibung der Hauptkörperelemente und der Funktionen als Aspekte einer universellen geistigen Harmonie im Menschen. Eventuell verbirgt sich dahinter auch eine Geheimsymbolik.

Literatur

  • Michael Saso : The Gold Pavilion, Tuttle publishing, 1995, ISBN: 0804830606.
  • A Study of Daoist Acupuncture & Moxibustion, Blue Poppy Pr. 1999, ISBN: 189184508X, S. 17 über 'Wei Hua-Ts’un'
  • Paul Andersen, The Method of Handling the Three Ones: A Taoist Manual of Meditation of the Fourth Century A.D., Curzon Press, 1980
  • Jade Writing - Yellow Court Classic. Imios Archangelis, CreateSpace Independent Publishing Platform 2010, ISBN-10: 1456481657 ISBN-13: 978-1456481650
  • Great Clarity: Daoism and Alchemy in Early Medieval China, Fabrizio Pregadio, Stanford University Press 2006, ISBN-10: 0804751773 ISBN-13: 978-0804751773

Weblinks