Europa

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Europa auf dem Stier

In der griechischen Mythologie war Europa (Altgriech. Εὐρώπη, Eurṓpē) die Mutter von König Minos von Kreta. Sie war eine Frau mit phönizischem Ursprung hoher Abstammung. Europas Familie stammt von einer Linie, die von Io abstammt, der mythischen Nymphe, die von Zeus geliebt wird und in eine Färse (weibliches Rind) umgewandelt wurde.

Europas ältester literarischer Bezug ist in der Ilias(Homerische Hymne an Apollon). Nach der Ilias ist Europa die Tochter von Agenors Sohn, dem "sonnenroten" Phoenix(Phoinix). Es ist allgemein anerkannt, dass sie zwei Brüder hatte, Cadmus und Cilix.

Die Geschichte ihrer Entführung durch Zeus in Form eines weißen Stier war eine kretische Geschichte.

Ein anderer früher Hinweis auf sie ist in einem Fragment des Hesiodic Catalogue of Women, das bei Oxyrhynchus entdeckt wurde.

Die früheste Vasenmalerei, die sicher als Europa identifiziert werden kann, stammt aus der Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr..

Mythos

In Ovid's Metamorphosen(ii.833-875) verwandelt sich Jupiter (d.h. Zeus) in einen besonders kräftigen aber sehr friedlich aussehenden Stier mit reinem, schneeweißen Fell und kleinen kunstvollen Hörnern. Jupiter mischt sich unter eine Herde königlicher Stiere, die Mercurius (röm. für Hermes) zuvor zum Strand getrieben hat, und er nähert sich so Europa, die mit ihren Gefährtinnen am Strand ist.
Europas Furcht ist bald überwunden, und sie spielt mit dem Stier und füttert und streichelt ihn und umwindet seine Hörner mit Blumen. Schließlich wagt sie sogar, auf seinen Rücken zu steigen. Da geht der Stier ins Wasser und schwimmt in das offene Meer hinaus. Er bringt Europa nach Kreta, wo er seine Stiergestalt ablegt und sich offenbart.

Agenor schickte seine Söhne aus, ihre Schwester Europa zu suchen, doch die Nachforschungen bleiben erfolglos. Schließlich befragt Kadmos das Orakel von Delphi und wird von diesem angewiesen, die Suche nach seiner Schwester aufzugeben und stattdessen die böotische Stadt Theben zu gründen.

Der Forscher Dommermuth-Gudrich verwies auf orientale Zusammenhänge. Die römische Fassung dieser Sage sei im Kern orientalisch, und Europa sei die Verkörperung der Ischtar oder Astarte, der babylonisch-syrischen Liebesgöttin, die die Griechen mit Aphrodite gleichsetzen. Noch zur Zeit des klassischen Griechentums wurde Europa von den Phöniziern in Sidon als Europa-Astarte verehrt.

Literatur

  • Winfried Bühler, Europa: eine Sammlung der Zeugnisse des Mythos in der antiken Literatur und Kunst
  • Europa-Handbuch - Kuhn

Weblinks