En Sof

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En Sof, auch Ein Sof(Heb. אֵין סוֹף; das was grenzenlos ist), Eyn Sof, En Soph oder Ain Soph (heb. אין סוף , ēyn sōf : es hat kein Ende) ist ein Begriff der kabbalistischen Mystik, welcher das Unendliche bezeichnet. Er gehört neben den Sefirot zur Hauptlehre der Kabbala und ist in der kabbalistischen Literatur ab dem zwölften Jahrhundert zu finden.

Dieser Gottesname (der Unbeschränkte oder Unendliche) bzw. Begriff bezeichnet die äußerste Wirklichkeit Gottes jenseits aller spezifischen Qualitäten der Sefirot. Aus der Zusammenziehung (Tzimtzum, heb. צמצום) des undefinierbaren und unbestimmten Urlichts des En Sof entsteht nach Isaak Luria die Schöpfung.

Die geistige und die sinnliche Welt geht durch Emanation aus dem göttlichen Einen hervor. Es handelt sich dabei um eine Art Selbstschöpfung oder Selbstoffenbarung. Manche Kabbalisten setzten En Sof auch mit dem unendlichen verborgenen Gott gleich. Der En Sof wird daher mit der Sefirah Keter verbunden.

Nach Scholem[1] spricht die spätere Kabbala von drei Arten des Ein-Sof, dem einhüllenden Ein-Sof, dem eingehüllten Ein-Sof und dem oberen Ein-Sof.

Ayin und Yesh

Ayin (Hebrew: אַיִן‎, Nichtsheit) ist mit Ain("nicht") verwandt. Es ist ein wichtiges Konzept in der Kabbala und in der hasidischen Philosophy und steht im Gegensatz zum Ausdruck Yesh ("etwas/Existenz/Sein/ist"). Nach den kabbalistischen Lehren gab es vor der Erschaffung des Universums nur Ayin. Die erste manifestierte Sephirah Chochmah (Weisheit) kommt in ihr Sein aus Ayin.

In diesem Zusammenhang ist Kether, der göttliche Wille, zwischen göttlicher Unbegrenztheit (Ein Sof) und Chochmah. Da Kether die höchste Offenbarung des Ohr Ein Sof (Ohr : Licht, Hebrew: אור‎ ; Unendliches licht) wird sie manchmal nicht erwähnt.( En sof aur - das unendliche Licht)

Ayin ist fest mit Ein Sof (Hebrew אין סוף) verknüpft, der als die Gottheit vor ihrer Selbstmanifestation verstanden wird, als einzelne unbeschreibliche unendliche Einheit.

Aus der Perspektive der emanierten Reiche findet die Schöpfung als "Yesh me-Ayin" ("Etwas aus dem Nichts") statt. Aus der göttlichen Perspektive findet die Schöpfung "Ayin me-Yesh" ("Nichts aus etwas") statt, da nur Gott absolute Existenz hat. Die Schöpfung ist abhängig vom ununterbrochenen Fluss der göttlichen Lebenskraft ohne die sie in die Nichtsheit zurückkehren würde.[2]

Literatur

  • Gershom Scholem, Schöpfung aus Nichts und Selbstverschränkung Gottes, Kap: Über einige Grundbegriffe des Judentums, 1970, S. 75 ff.;
  • Gershom Scholem, Ursprung und Anfänge der Kabbala, 1962, S. G. Scholem, Ursprung und Anfaenge der Kabbala (1962), S.372 ff.
  • Daniel Chanan Mattm, The Essential Kabbalah: The Heart of Jewish mysticism, HarperOne, 1996 : S. 69–71. ISBN 978-0-06-251163-8
  • Argumentum E Silentio, Amy Diana Colin
  • The infinity of meaning embedded
  • A Kabbalistic Universe, Z'ev ben Shimon Halevi, Wheel/Weiser, 1977, ISBN-10: 0877283494 ISBN-13: 978-0877283492

Referenzen

  1. Gershom Scholem, Ursprung und Anfänge der Kabbala, 1962, S. G. Scholem, Ursprung und Anfaenge der Kabbala (1962), S. 233–8
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/Ayin_and_Yesh

Weblinks