Chitta

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Der Begriff Chitta (Skt. citta n.: das Aufmerken, das Denken, Vorstellen, Absicht, Geistesbewegungen, Geistesimpulse, Geist; Pali: Herz / Vernunft, Geist) wird je nach Philosophiesystem unterschiedlich verwendet.

Hinduismus

Im Hinduismus ist Chitta als Bewusstsein ein Bestandteil der mentalen Prakriti bzw. der Antahkarana. Chitta kann daher noch als ein Schleier der Maya gesehen werden. Hier verbirgt sich ein weitaus höheres Chit hinter der Maya-Shakti(Vijnanamaya Kosha).

Chitta wird als empirisches mentales Bewusstsein in einfachen Meditationen erfahren.

Im Vedanta ist Citta ein Bestandteil des Geistes, der für Erinnerung bzw. Gedächtnis und unsere Fähigkeiten und Ängste zuständig ist.

In der Sankhya-Philosophie steht Citta als Teil der Antahkarana zwischen Buddhi und Manas.

In den Yogasutras ist mit Chitta das Geistesbewusstsein gemeint :

  • yogaś citta-vṛtti-nirodhaḥ – Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedankenwellen im Geiste. [1] – Patañjali Yoga Sutra, I.2(Samadhi Pada) : Mittel zur Beruhigung der Vrittas oder Wellen des Geistes sind Gleichmut und das Besinnen auf den Ishvara.

Das weitaus höhere Chit('sich bewusst sein von') ist allerdings zumindest eine Bewusstseinskraft des Tapoloka[2].

Im Shivaismus gibt es ein noch höheres Chit in Form der Chit - Shakti des Sadashiva.

Buddhismus

Citta(Geist, Bewusstsein, Zustand des Bewusstseins) ist im Palikanon (Nikayas) ein Begleiter von nāma(nāmarūpa), mano und viññāna.

Citta kann Objekte durch die sechs Türen wahrnehmen. Es teilt alle Phänomene in Bewusstsein(citta), psychische Begleiterscheinungen (cetasika) und Körperlichkeit (rūpa) auf.

Im NIBBĀNA GĀMINIPAŢIPADĀ (Pa-Auk Tawya Sayadaw) wird u.a. auch ein haßbasiertes Bewusstsein(Dosa mula citta) unterschieden(Visuddhi-2-84. Mahāţī-2-121).

Im adhicitta (höhere Mentalität) bedeutet es den konzentrierten beruhigten Geist und ist eine der drei Schulungen(sikkhā[3]).

Prakṛti-prabhasvara-citta ('Leuchtender Geist') ist ein begriff, der ursprünglich im Pabhassara Sutta(Anguttara Nikaya 1.49-52) gefunden wurde. Der Buddha sagt dort, dieser leuchtende Geist sei durch ankommende Verunreinigungen verunreinigt, er sei aber auch von ankommenden Verunreinigungen befreit.

Bodhicitta ist der Erleuchtungsgeist zusammen mit dem Wunsch, Erleuchtung zum Wohle aller Wesen zu erlangen.

Citta santana (Sanskrit: Geistesstrom, tib. sems-kyi rgyud) ist ein Begriff der buddhistischen Philosophie.

Im Yogacara entspricht Citta dem alāya-vijñāna.

Citta ist im Abhidhamma mit bestimmten mentalen Zuständen(Sanskrit: caitasika; Pali: cetasika; Tibetan Wylie: sems byung) verknüpft. Der Prozess des Bewusstseins wird mit 'cittavīthi' bezeichnet.

Im Abhidhamma ist vipakacitta[4] ein sehendes Bewusstsein(chitta als Ergebnis eines Prozesses), während bhavaṅga-citta (ein passiver Modus des absichtlichen Bewusstseins bzw. des citta) - viññāṇa des späteren Abhidhamma dem alāya-vijñāna entspricht. Das zurückverbindende Bewusstsein wird (Abhidhammattha Saṅgha) mit paṭisandhi-citta bezeichnet.

Literatur

  • Bhavaṅga-citta and Ālaya-vijñāna: A Comparative and Analytical Study, Bopitiye Wimalagnana, LAP LAMBERT Academic Publishing 2013, ISBN-10: 3659430900 ISBN-13: 978-3659430909

Referenzen

  1. http://vedanta-yoga.de/rajayogasutras-1-1-4-was-ist-yoga/
  2. Arthur Aavalon, Shakti and Shâkta. Chapter 14: Cit-Shakti (The Consciousness Aspect of the Universe)
  3. http://www.palikanon.de/wtb/sikkha.html sikkhā
  4. Process Consciousness and Process-free Consciousness inthe Cognitive Process of Buddhist Psychology :A StudyDipen Barua, The University of Hong Kong, Hong KongThe Asian Conference on Ethics, Religion & Philosophy 2018

Weblinks