Charya Tantra

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Das Charya Tantra (Skt. caryātantra, Wyl. spyod rgyud) oder Upa-Yogatantra oder auich Ubhaya-Tantra (Wyl. u pa'i rgyud) ist die zweite der drei äußeren buddhistischen Tantraklassen nach der Klassifikation des Sarma und das fünfte Fahrzeug(yana) nach der Klassifikation in neun Tantras. Es folgt den drei Buddhafamilien Tatagata, Padma und Vajra. Das Tantra wurde im Band 3 des Gyu De Kun Tus niedergelegt, wo auf Vairocana Abhisambodhi, Arapacana Manjushri mit fünf Gottheiten sowie ergänzende Rituale aus dem Kriya Tantra wie Rasmivimala, Vimalosnisha u.a. verwiesen wird.

Der Name Charya- oder Verhaltens - Tantra besteht, weil es gleiche Betonung auf äußere Handlungen des Körpers und der Sprache und auf die innere Kultur des Samadhi legt. Es wird auch als ‘Tantra beider’ (Skt. ubhaya tantra) bezeichnet, weil es mit der Sichtweise des Yoga-Tantra übereinstimmt, während die Verhaltensnormen dem Kriya Tantra ähneln.

Praktizierte Tantras

Zusätzlich zu den im Gyu De Kun Tus erwähnten Tantras enthält der Taisho - Tipitaka weitere 8 Tantras :

  1. T.494 'Das Erwachen des großen Vairocana' (Wylie: rnam(-par) snang(-mdzad) mngon(-par) byang(-chub pa); Sanskrit: Mahãvairocanãbhisaṃbodhitantra [1]
  2. Toh 495 : Die als Zähmung bezeichnete Praxis (འདུལ་བར་གསུངས་པའི་རྟོག་པ། · 'dul bar gsungs pa'i rtog pa)
  3. Toh 496 : 'Ermächtigung des Vajrapãṇi' (Wylie: phyag na rdo rje dbang bskur; Sanskrit: Vajrapãṇyabhiṣekamahãtantra, T.496)
  4. Toh 497 : Anrufung der acht Gottheiten (ལྷ་མོ་བརྒྱད་ཀྱི་གཟུངས། lha mo brgyad kyi gzungs, aṣṭadevīdhāraṇī)
  5. Toh 498 : antra des blau gekleideten Blessed Vajrapāṇi( བཅོམ་ལྡན་འདས་ཕྱག་ན་རྡོ་རྗེ་གོས་སྔོན་པོ་ཅན་གྱི་རྒྱུད། · bcom ldan ’das phyag na rdo rje gos sngon po can gyi rgyud) - Bhagavannīlāmbara­dhara­vajra­pāṇi­tantra
  6. Toh 499 : Tantra des blau gekleideten Vajrapāṇi Vajrapātāla (ལག་ན་རྡོ་རྗེ་གོས་སྔོན་པོ་ཅན་རྡོ་རྗེ་ས་འོག་ཀྱི་རྒྱུད། · lag na rdo rje gos sngon po can rdo rje sa 'og kyi rgyud) - vajrapāṇinīlāmbaradhara­vajrapātālatantra
  7. Toh 500 : Sich durch die drei Vajra-Ebenen bewegen, eine souveräne Praxis(རྡོ་རྗེ་ས་གསུམ་དུ་རྒྱུ་བའི་རྟོག་པའི་རྒྱལ་པོ། · rdo rje sa gsum du rgyu ba'i rtog pa'i rgyal po) - vajrabhūmitricaraṇarājakalpa
  8. Toh 501 : Blau gekleideter Vajrapāṇi, ein Tantra zur Zähmung der drei Welten (ཕྱག་རྡོར་འཇིག་རྟེན་གསུམ་འདུལ་རྒྱུད། · phyag rdor 'jig rten gsum 'dul rgyud) - vajrapāṇi­nīlāmbaradhara­trilokavinayatantra

Einstieg

Der Reifeprozess erfolgt über 5 Ermächtigungen. Diese beinhalten die Ermächtigungen des Vajra, der Glocke(gantha) und des Namens, d.h. zusätzlich zu den Wasser- und Kronenermächtigungen. Eine vielpraktizierte Gottheit ist Vajrapani.

Meditation

Der Schüler visualisiert sich als das Samaya - Wesen (Skt. samayasattva) und visualisiert die Weisheitsgottheit (Skt. jñānasattva), die als Freund betrachtet wird, vor sich selbst. Er praktiziert dann konzeptuelle Meditationen über die Silbe, die Mudra und die Form der Gottheit.

Die nichtkonzeptuelle Meditation über absolutes Bodhichitta mit den Mitteln des

  • Eintretens (die Erkenntnis, dass alle Phänomene jenseits des entstehenden sind)
  • Zurückbleibens (Verbleiben, wenn sich die nichtkonzeptuelle Natur einmal manifestiert hat)
  • Aufgehens (Entwicklung intensiven Mitgefühls für alle Wesen, die dies nicht erkennen)

Zuletzt erreicht der Meditierende die Ebene eines Vajradhara der 4 Buddhafamilien, d.h. der drei Familien des Kriya Tantra und der Ratna - Familie.

Literatur

Referenzen

Weblinks