Chan

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Das Wort Chán (Dhyāna; Meditation, Versenkung, chin. Chán'nǎ) wurde aus dem Sanskrit ins Chinesische übertragen.
Der Chan-Meditationsbuddhismus ist eine von Bodhidharma(jap. Daruma; dritter Sohn des indischen Königs Sughanda; um 440 n. Chr. in der Nähe von Madras geboren)[1] um 500 n. Ch. gegründete Meditationsschule des Mahāyāna - Buddhismus mit daoistischen Einflüssen. Später wurde Bodhidharma von Yongjia Xuanjue zum 28. Patriarchen einer Tradition erklärt, die auf Gautamas Schüler Mahākāśyapa zurückgehe.

Verbreitung

Das Chan war besonders im Gebiet von Dunhuang verbreitet und dominierte während der Tang- und Song-Dynastien. Nach dem Yuan verschmolz es mit dem Schulen des Reinen Landes.
Es verbreitete sich in Vietnam als Thiền, in Nordkorea als Seon und in Indonesien als Chan. Ab dem 12. Jahrhundert verbreitete das Chan sich in Japan als Zen.

Im 8. Jahrhundert war unter dem Einfluss von Huinengs Schüler Shenhui die traditionelle Liste der Patriarchen der Chan-Linie aufgestellt worden:

  1. Bodhidharma (Dharma) ca. 440 - ca. 528
  2. Dazu Huike 487–593
  3. Sengcan (僧 灿)? –606
  4. Dayi Daoxin (道 信) 580–651 (Dōngshān Fǎmén - Lehren)
  5. Daman Hongren (Hong Hong) 601–674
  6. Huineng (惠 能) 638–713

Lehren

Vor allem das Diamant-Sutra aber auch das Prajnaparamita-, das Lankavatara- Sutra, das Mahāparinirvāṇa Sūtra und das Shurangama Sutra haben bedeutenden Einfluss.

In Korea entstand das Vajrasamadhi Sutra. Das Chan - Platform Sutra wurde zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert entwickelt.

Die Idee der Buddha-Natur wurde aufgrund der wahrgenommenen Ähnlichkeiten mit dem Tao befürwortet, das als eine der Welt der Erscheinungen zugrunde liegende transzendentale Realität verstanden wurde. Die Śūnyatā wurde anfangs noch als ein Hinweis auf das taoistische Wu verstanden.

Meditation

Im Chant wird die Meditation im Sitzen(Lotossitz) sowie das Lösen von Gongans (jap. Koan), eine Art paradoxer Rätsel. praktiziert.

Eine traditionelle Chan - Meditationstechnik ist die Huatou-Meditation (huàtóu; 'Wortkopf'). Dem Übenden wird ein Wort oder eine Silbe übergeben. Das Ziel ist es, den Moment des Erscheinens im Bewusstsein zu erfassen und dabei die Entstehung des Gedankens und die wahre Bedeutung des Wortes zu verstehen.

Das Ziel des Chan ist das Erwachen (jap. Satori), welches oft mit Erleuchtung im Sinne des Nirvana verwechselt wird, das aber nicht durch plötzliche letzte Erkenntnis erlangt wird, wie es im Chan manchmal vertreten wurde, sondern durch eine langjährige transformierende Erfahrung.

Literatur

  • Lu Kuan Yü : Die Geheimnisse der chinesischen Meditation : Bewusstseinskontrolle nach den Lehren des Ch'an, des Mahayana und der taoistischen Schulen in China, Bechtermünz, 2000, ISBN-10: 3828948553
  • Die Tore des Chan-Buddhismus, Hui Jing - Willigis Jäger - Marlies Bartl, Kamphausen, 2010, ISBN-10: 3899014057
  • Vertrauen in den Geist: Ein Führer zur Chan-Praxis, Sheng-Yen, Books on Demand, 2008, ISBN-10: 3833486759 ISBN-13: 978-3833486753
  • Leere Wolke: Die Unterweisungen des Chan-Meisters Hsu Yun, Mumon-Kai Verlag, 2013, ISBN-10: 3939857017 ISBN-13: 978-3939857013

Referenzen

Weblinks