Ba

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Doppeltes Ba
Dendera Hathor Tempel mit Bas

Je nach Kulturepoche wurdem dem Menschen in Ägypten bis zu neun Aspekte zugeschrieben : Jb(Herz), Shuyet(Schatten), Ren(Name), Bâ(Persönlichkeit), Ka(Geist), Khat(Körper), Akh(unsterbliches Selbst), Sahu(Richter) und Sechem(essenzielle Lebensenergie).

Thoutmosis mit Ba

Der Ba (Exkursionsseele oder Freiseele) bezeichnet in der Ägyptischen Mythologie u.a. einen bestimmten Aspekt des Seelischen, der sich trotz einer engen Bindung an den Körper von diesem ablösen und entfernen kann. Der Ba war in der Epoche des Alten Reichs noch den Königen vorbehalten.

Der menschliche Ba ist höher als das Khaibit, und er ist des Urteilens und einer einsichtsvollen Unterscheidung fähig. Er wurde als ein Vogel mit Menschenkopf dargestellt.
(Solche Seelen werden in der Ethnologie und Religionswissenschaft Freiseelen genannt).

Sarkophag mit Ba

Der Ba war mit dem Herzen (Ib; Ieb) verbunden. Dabei ist zwischen Ba-Darstellungen mit und ohne eine Sonne auf dem Haupt zu unterscheiden. Manchmal trägt der Ba auch ein Stirnband, evtl. mit Schlangenkopf an der Stirn.

Allerdings waren Ba und IB vom 'zweiten Tode' bedroht, d.h. von Zersetzung und vom allmählichen und endgültigen Verlust der Bewußtheit, ähnlich wie es für den Astralkörper und den Mentalkörper gilt.

Ba - Vogel aus der ptolemäischen Periode

Ba der Götter

In den Totenbüchern wird Ba auch als Falke beschrieben, der zum Himmel fliegt, als Gans, die auch als großer Schnatterer (Gengen Wer) göttlich verehrt wird, als Kranich, der den Himmel küsst, oder als Heuschrecke, die zum Himmel springt.

Der Vogel Bennu wurde auch Ba des Re genannt, und auch einer, der aus dem Herz des Osiris herausgetreten sei.

Im 600sten Hymnus aus Leiden auf Amon heisst es ' Sein Ba ist Schu, sein Herz ist Tefnut. [1]
In Medinet Habu (Theben West) VI,420 B.2 wird Amun-Re als Ba mit 4 Köpfen auf einem Hals bezeichnet[4].

Ba des Khnum

Khnum wurde in Gestalt eines Mannes mit vier Widderköpfen zum Ba der vier großen ägyptischen Götter erhoben : Er ist vereinigt aus den vier Göttern, die man die 4 großen Ba's nennt : Dem Herrn der Anfangsstadt als Ba des Re, der Ba des Schu als Herr von Esne, der Ba des Osiris als Herrn von Hypselis, der Ba des Geb an der Spitze von Herur.[2] In diesen Städten gab es einen Widderkult.

Nephtis überschattet ein Ba

Ba im Kuhbuch

In der Ba - Theologie des Kuhbuches der 18ten Dynastie heisst es in Vers 277-288 , das Ba des Osiris sei das Wasser, das Ba von Geb sei die Erde, das Ba des Schu die Luft und das Ba von Chepre das Licht.[2]

  • 85 - Vers 275 Ich bin mit den Ba's bis ans Ende der Zeit.
  • 86 - Vers 279 Der Ba von jedem Gott ist in den Schlangen
  • 86 - Vers 280 Der Ba der Finsternis ist die Nacht
  • 86 - Vers 281 Der Ba des Nun ist das Wasser
  • 86 - Vers 282 Der Ba des Osiris ist der Widder des Mendes
  • 86 - Vers 283 Der Ba des Sobek sind die Krokodile
  • 87 - Vers 285 Der Ba des Apophis ist im Ostberg
  • 87 - Vers 286 Der Ba des Re ist die ganze Welt
  • 89 - Vers 295 Ich bin der Ba des Re, sein Zauber
  • 95 - Vers 327 Ich gehöre zur Flamme, die der Ba des Feuers ist [2]

Als Baba wird in Zeile 55 die Insel der Doppelseele bezeichnet.

Dort heisst es (230) "Seht (153), ich bin hier - im Himmel als meinem Platz. Da ich Licht und Glanz verbreiten werde in der Unterwelt und in der Insel der Doppelseele(~Baba), sollst du dort schreiben und sollst die zur Ruhe bringen, die in ihnen sind, die wir geschaffen haben und die sich empörten, die Akeru nämlich, die Gefolgsleute dieses mit unzufriedenem Herz. Du aber sollst an meinem Platz sein, mein Stellvertreter. Man soll dich anreden als 'Thot, der Stellvertreter des Re', und will dich aussenden lassen, die größer sind als du" - so entstand jener Ibis des Thot.

Re betont hier, daß er nicht nur am Himmel leuchtet, sondern auch in die Unterwelt hinabsteigt, wo sich sein Ba mit dem Ba des Osiris zur "Doppelseele" vereinigt (wie Tb 17, Vers 179 ff. in Mendes).

Khaibit

Ein weiteres Bestandteil des menschlichen Wesens war das Khaibit oder Chai bitj(šwt, Schatten). Es galt als Substrat der elementaren Begierden, Leidenschaften, Antipathien, Laster usw..
Dieser „Schatten“ galt als eine Art „verdorbenes Ich“, das alle negativen Charaktereigenschaften wie Neid, Gier und Antipathie verkörperte. Es wurde als das böse Gegenstück zur guten Seele (Ba) verstanden, aber beide Seelenformen waren eng miteinander verknüpft.
Das Chaibit löst sich nach altägyptischem Glauben bei Eintritt des Todes aus dem Körper, steigt auf und irrt umher wie eine Biene, bzw. kann dann auch in Gestalt einer solchen sichtbar werden, weshalb dieser Schatten als Chai-bitj („Erscheinen der Biene“) bezeichnet wurde.
Das Khaibit lief infolge seines verdorbenen Zustandes im Jenseits in eine große Gefahr. Es konnte zerstört, verzehrt, geraubt werden. Er hat daher evtl. seine Entsprechung in den dunklen Aspekten des Ätherkörpers mit seinem dunklem Prana und einem Teil des dunklen Astralkörpers.

KA (Ägypten)

Ka - Statue von Horus

Der Ka ('doppelt') ist in der altägyptischen Mythologie ein Teil der Seele, der den physischen Tod überdauert. Das Zeichen sind zwei nach oben ausgestreckte Arme. Er entsteht wie der Ba während der Schwangerschaftsphase. Der Ka geht im Gegensatz zum Ba keine Verbindung mit dem Leib des Leichnams ein, sondern er verlässt den Körper und existiert dann eigenständig weiter. Er bedarf allerdings bestimmter Nahrungsformen für seinen Bestand. Später wurden hauptsächlich bei Re und dem König bis zu 14 Ka's aufgezählt.
Nach dem Volksglauben bedurfte es dem einbalsamierten Leichnams, um das Ka nach dem Tode des Menschen am Leben zu erhalten. Es handelt sich evtl. um den Mentalkörper.

Shm

Das sḫm wird im Totenbuch als Kraft definiert und als ein Ort, an dem Horus und Osiris in der Unterwelt verweilen.

Ren

Ren ist der Name. Ohne ihn konnte der Tote nicht identifiziert werden.

Ach (Ägypten)

Ach (Plural Achu; ach 'leuchten' oder 'glänzen'; Darstellung als Vogel) als eine Art Lichtgeist wird gemeinhin mit Geist, Ahnengeist und Geistseele übersetzt. Dieser Geistkörper wird in den Jenseitsvorstellungen und dem Totenglauben der Alten Ägypter erwähnt. Während das Ba und das Ka den Menschen bewohnen und den Körper nach dem Tode verlassen, entsteht der Ach erst nach deren Verschmelzung und steigt dann nach der Prüfung in den Himmel auf. Die Verklärung der Toten wird als 'Werden zu einem Ach'('s-ach') bezeichnet. Die Verschelzung erinnert an eine erste Verschmelzung der beiden Aspekte, der geistigen und der vitalen Säule, des Rebis auf einer frühen Stufe.

Literatur

  1. Das Buch vom Ba, Horst Beinlich, Harrassowitz, 2000, ISBN-10: 3447042753 ISBN-13: 978-3447042758
  2. [2] Hathor und Re I: Mythen und Magie im Alten Ägypten, Harry Eilenstein, Books on Demand, 2009, ISBN-10: 383707532X ISBN-13: 978-3837075328
  3. Hornung : Buch der Himmelskuh
  4. Der Propylon des Month-Tempels in Karnak-Nord Ausgabe 50, Heike Sternberg-El Hotabi, Heike Sternberg-el-Hotabi, S. 52

Referenzen

  1. G. Roeder die ägyptische Götterwelt, S. 298
  2. Hornung : Mythos von der Himmelskuh

Weblinks