Agrippa von Nettesheim

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Cornelius Agrippa

Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim (* 1486 in Köln; † 1535 Grenoble) war ein Universalgelehrter, der aus einer verarmten Adelsfamilie stammte und sich neben Naturwissenschaften auch mit Magie, Religion, Kabbala, Astrologie, Naturphilosophie und Religionsphilosophie befasste. Seine Tätigkeiten führten ihn durch Europa von Spanien bis nach England.

Werke

De vanitate et incertitudine scientiarum

Die Eitelkeit und Unsicherheit der Wissenschaften und die Verteidigungsschrift, 1531, 1537

De Occulta Philosophia [1]

Bekannt wurde Agrippa durch sein hermetisches Frühwerk De Occulta Philosophia libri III(Drei Bücher über okkulte Philosophie), in dem er Astrologie, Kabbala, Theologie, Mantik, Evokationsmagie, Angelologie, Amulett- und Talismanzauber nebeneinanderstellt und seine 'heilige Magie' gegen 'Zauberer' und 'Teufelsbeschwörer' verteidigt.

Dies war für ihn lebensgefährlich (die Inquisition dauerte vom 13. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert), und für seine Leser war es eine Sensation. In nur drei Jahren erschienen drei Auflagen in Antwerpen, Paris und Köln (1530–1533).

Die 3 Bücher handeln von elementarer, himmlischer und geistiger Magie. Sie beschreiben die vier Elemente, Astrologie, Kabbala, Zahlen(Numerologie), Engel, Gottesnamen, die Tugenden und Beziehungen zueinander und Methoden zur Nutzung dieser Beziehungen und Gesetze in Medizin, Wahrsagerei, Alchemie und Zeremonien, deren Ursprünge im hebräischen, griechischen und chaldäischen Kontext zu finden waren.

Declamatio

In De occulta philosophia vertritt Agrippa eine neuplatonische Weltanschauung. Seine dort dargelegten Ansichten behielt er zumindest bis zur Abfassung der Declamatio (Die Eitelkeit und Unsicherheit der Wissenschaft und die Verteidigungsschrift) bei.
Darin ist einerseits von Vater, Sohn und Heiliger Geist die Rede, andererseits ist sein Gottesbegriff aber auch platonisch oder vielmehr neuplatonisch im antiken Sinne.
Agrippa spricht von einem Gott, in dem alle Dinge als Ideen vorhanden sind. Eine solche Ideenlehre wurde auch von christlichen Neuplatonikern wie Augustinus vertreten, der allerdings nicht die Idee der Weltseele(Anima Mundi) vertrat. Diese entstammt aus Timaios von Platon. Sie wurde im Neuplatonismus von Plotin übernommen. Im Unterschied zur christlichen Trinitätslehre betrachtet Plotin die göttlichen Hypostasen (das Eine, den Geist und die Weltseele) allerdings als hierarchisch. Ganz oben steht das Eine (Gott), aus dem alles hervorgeht und in welches alles zurückkehrt. Das Eine ist Einheit, während der Geist oder die Weltseele bereits Zweiheiten sind. Die Lehre der Dreieinigkeit spricht von einem weniger hierarchischen dreieinigen Gott als in Plotins Neuplatonismus. Zudem wird Gott von den Griechen nicht als Subjekt gesehen.

Literatur


Referenzen

Weblinks