Taiping Jing

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Das Taiping Jing (Pinyin Tàipíng Jīng, W.-G. Tai P'ing Ching : Klassiker des großen Friedens) ist eine Bezeichnung für mehrere daoistische Texte. Zumindest zwei Werke sind unter diesem Titel bekannt:

  • Tianguanli baoyuan taiping jing (天官歷包元太平經 / 天官历包元太平经, Tiānguānlì bāoyuán tàipíng jīng), 12 Kapitel, Inhalt unkekannt, Autor: Gan Zhongke 甘忠可
  • Taiping qinglingshu (太平清領書 / 太平清领书, Tàipíng qīnglǐngshū), 170 Kapitel, 57 noch im Daozang erhalten, Autor unbekannt.

Die Bezeichnung Taiping jing bezieht sich gewöhnlich auf das im Daozang (aus der Ming-Zeit) enthaltene Werk, das eine Quelle für die Erforschung des frühen daoistischen Glaubens und der Gesellschaft am Ende der Östlichen Han-Dynastie darstellt.
Der Taiping-Daoismus (太平道) von Zhāng Jué (gest. 184), dem Anführer des Aufstands der Gelben Turbane, gründete auf diesem Werk.

Inhalt

Das Taiping jing beschäftigt sich primär mit Themen wie Himmel und Erde, der Fünf-Elemente-Lehre, Yin und Yang und dem Sechzigerzyklus(ganzhi).
Talisman-Beschreibung im Taipingjing

Diew überlieferten Kapitel sind in drei unterschiedliche Abschnitte gegliedert:

  • Abschnitt A: Der Himmelsmeister-Abschnitt: Dialoge zwischen dem Himmelsmeister Tianshi und seinen Schülern
  • Abschnitt B: Himmlischer Edler, Schüler und Grosses Göttliches, der zwischen beiden ersteren vermittelt
  • Abschnitt C: Texte ohne viele Gemeinsamkeiten

DasTaiping Jing (TPJ) lehrt einen Weg daoistisch geprägten zum Großen Frieden Taiping (太平), der die richtige Verwaltung des Staates und die Verlängerung des Lebens über lebenserhaltende Maßnahmen beinhaltet.

Der Weg hin zum langen Leben wird allerdings durch moralisch korrektes Verhalten, Meditation und richtige Ernährung beschritten. Es besteht eine Dreiteilung zwischen den Sphären von Himmel, Erde und Menschen. Der Himmel wird dabei als mit eigenem Willen Agierendes Wesen betrachtet, an dessen Regeln sich die Menschen zu orientieren haben. Bei Verstößen kann der Himmel Katastrophen wie Überschwemmungen und Missernten schicken. Nach dem Taiping Jing hat liegt das Interesse des Himmels darin, das Leben der Menschen aufrechtzuerhalten. Der Mensch hat geradezu die Pflicht, nicht zu früh zu sterben. Das Taiping Jing beschreibt Methoden der Langlebigkeit:

  • moralisch korrektes Leben
  • Meditation
  • Hygienepraktiken
  • medizinische Substanzen und Nutzen von Talismanen zur Heilung
  • therapeutischer Nutzen von Musik

Das moralisch richtige Leben beinhaltet auch das Leben anderer Menschen, der Tiere und generell seiner gesamten Umwelt. Das Gegenteil der Vorstellung der idealen Welt des Taiping ist nicht das Chaos (Luan 乱) sondern vielmehr die Unterbrechung Jue (绝), was gleichbedeutend mit 'zu einem Ende bringen' und konkret das 'Töten' ist, da das Leben selbst der Tiere zentrale Bedeutung hat.
Ein wichtiger Aspekt der Taiping - Lehre ist es, bestimmte Taten zu vermeiden, die als Sünden gelten.

+ Brunnen graben / + Zirkulation von Besitztümern und Hilfe für die Armen / + Enthaltsamkeit
- Weigerung über Dao und De zu lernen / - Ignorieren der Möglichkeiten zur Lebensverlängerung
- Abbrennen von Waldflächen / - Kindsmord

Das Taiping Jing spricht sich für einen Sozialstaat aus. Sozialstaatliche Maßnahmen, wie die Verteilung von Besitz von Oben nach Unten, spielen genauso eine Rolle wie das Spenden von Geld und Lebensmitteln für Bedürftige.

Mit Chengfu (承负) bezeichnet das Taiping Jing ein vererbtes Böses. Das Fehlverhalten eines jeden Einzelnen sammelt sich über Generationen hinweg kollektiv an. Jede einzelne Sünde besteht weiter, auch nachdem sie bereits für Jahrzehnte von den Menschen vergessen ist. Sie lässt sich einfach entfernen, sondern addiert sich zu den bisherigen Sünden, bis es zu einem Chengfu-Maximum(Chenfu Zhi Ji 承负之极) kommt.
Sünden werden im Taiping Jing mit Krankheit verbunden, die nur durch eine Beichte beseitigt werden können, die ein daoistischer Meister begleitet, der den Kranken befragt und so herauszufinden versucht, welche seiner begangenen Sünden die Krankheit ausgelöst haben könnte.

Literatur

Weblinks