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Gandhara Buddhismus: Unterschied zwischen den Versionen

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Der ''Gandhara Buddhismus'' war die buddhistische Kultur des alten Gandhāra, die vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis etwa 1200 n. Chr. existierte.  
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Der ''Gandhara Buddhismus'' war die buddhistische Kultur des alten Gandhāra, die vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis etwa 1200 n. Chr. existierte und starke griechische Einflüsse aufwies. Sie wurde im 5. Jahrhundert mit der Invasion der iranischen Hunnen und schließlich im 7./8. Jahrhundert von der islamischen Eroberung unterbrochen. Die herausgebildete hellenisierte Form des Buddhismus breitete sich ab dem 5. Jahrhundert nach Asien aus und beeinflusste die Bildung des [[Mahayana]].
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Das alte Gandhāra entspricht dem heutigen Nordpakistan, hauptsächlich dem Peshawar-Tal und dem Potohar-Plateau sowie dem afghanischen Jalalabad.
 
Das alte Gandhāra entspricht dem heutigen Nordpakistan, hauptsächlich dem Peshawar-Tal und dem Potohar-Plateau sowie dem afghanischen Jalalabad.
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<br>Kaiser Ashoka von Hindustan brachte eine griechische Übersetzung des buddhistischen Kanon in Umlauf, indem er Lehrer zu den griechischen Inseln sandte.<br>
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Die Fusion griechischer und buddhistischer Kultur wird  durch die vielen Statuen der graeco-buddhistischen Kunst aus Zentren wie Gandhara veranschaulicht, welche die Mischung aus griechischen und buddhistischen Einflüssen widerspiegeln.
  
Aufgrund von Gandhāras Lage an der Seidenstraße hatte der Gandhāra-Buddhismus einen starken Einfluss auf den Buddhismus in Zentralasien und Ostasien.
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Aufgrund von Gandhāras Lage an der Seidenstraße hatte der Gandhāra-Buddhismus einen starken Einfluss auf den Buddhismus in Zentralasien und Ostasien.  
 
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Gandhāra-Missionare waren maßgeblich an der Verbreitung der buddhistischen Kultur während der Han-Dynastie (202 v. Chr. - 220 n. Chr.) nach China, da sie Kontakte zu den Städten des Tarim-Beckens im modernen Xinjiang wie Khotan und Turpan hatten. Diese Region wurde kurzzeitig von den Kushans unter Kanishka regiert, was den buddhistischen Missionaren Zugang zu den Städten des Tarim-Beckens ermöglichte.
 
Gandhāra-Missionare waren maßgeblich an der Verbreitung der buddhistischen Kultur während der Han-Dynastie (202 v. Chr. - 220 n. Chr.) nach China, da sie Kontakte zu den Städten des Tarim-Beckens im modernen Xinjiang wie Khotan und Turpan hatten. Diese Region wurde kurzzeitig von den Kushans unter Kanishka regiert, was den buddhistischen Missionaren Zugang zu den Städten des Tarim-Beckens ermöglichte.
 
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Wichtige buddhistische Persönlichkeiten aus dem Großraum Gandhāra, die in China als Übersetzer fungierten, waren Lokakṣema, An Shigao, Dharmarakṣa (265–313), Zhi Qian (220–252), Jñānagupta (561–592) und Prajñā (ca. 810).
 
Wichtige buddhistische Persönlichkeiten aus dem Großraum Gandhāra, die in China als Übersetzer fungierten, waren Lokakṣema, An Shigao, Dharmarakṣa (265–313), Zhi Qian (220–252), Jñānagupta (561–592) und Prajñā (ca. 810).
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Die [[Vajrayana]]-Buddhisten aus der Region Gandgāra im Großraum Gilgit und aus dem Swat-Tal hatten erheblichen Einfluss auf die Etablierung des tibetischen Buddhismus. [[Xuanzang]] stellt während seiner Reisen in diese Region fest, dass er viele tantrische Buddhisten gefunden habe. <br>Die Präsenz des tantrischen Vajrayana in der Region im 7. und 8. Jahrhundert wurde durch neuere archäologische Funde bestätigt, darunter Felsenskulpturen von [[Avalokiteshvara]], [[Vajrapani]] sowie eine Vajrayana-Siddha-Figur.
 
Die [[Vajrayana]]-Buddhisten aus der Region Gandgāra im Großraum Gilgit und aus dem Swat-Tal hatten erheblichen Einfluss auf die Etablierung des tibetischen Buddhismus. [[Xuanzang]] stellt während seiner Reisen in diese Region fest, dass er viele tantrische Buddhisten gefunden habe. <br>Die Präsenz des tantrischen Vajrayana in der Region im 7. und 8. Jahrhundert wurde durch neuere archäologische Funde bestätigt, darunter Felsenskulpturen von [[Avalokiteshvara]], [[Vajrapani]] sowie eine Vajrayana-Siddha-Figur.
  

Version vom 22. Mai 2020, 19:22 Uhr

Gandhara in Pakistan

Der Gandhara Buddhismus war die buddhistische Kultur des alten Gandhāra, die vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis etwa 1200 n. Chr. existierte und starke griechische Einflüsse aufwies. Sie wurde im 5. Jahrhundert mit der Invasion der iranischen Hunnen und schließlich im 7./8. Jahrhundert von der islamischen Eroberung unterbrochen. Die herausgebildete hellenisierte Form des Buddhismus breitete sich ab dem 5. Jahrhundert nach Asien aus und beeinflusste die Bildung des Mahayana.

Das alte Gandhāra entspricht dem heutigen Nordpakistan, hauptsächlich dem Peshawar-Tal und dem Potohar-Plateau sowie dem afghanischen Jalalabad.
Kaiser Ashoka von Hindustan brachte eine griechische Übersetzung des buddhistischen Kanon in Umlauf, indem er Lehrer zu den griechischen Inseln sandte.
Die Fusion griechischer und buddhistischer Kultur wird durch die vielen Statuen der graeco-buddhistischen Kunst aus Zentren wie Gandhara veranschaulicht, welche die Mischung aus griechischen und buddhistischen Einflüssen widerspiegeln.

Aufgrund von Gandhāras Lage an der Seidenstraße hatte der Gandhāra-Buddhismus einen starken Einfluss auf den Buddhismus in Zentralasien und Ostasien.
Gandhāra-Missionare waren maßgeblich an der Verbreitung der buddhistischen Kultur während der Han-Dynastie (202 v. Chr. - 220 n. Chr.) nach China, da sie Kontakte zu den Städten des Tarim-Beckens im modernen Xinjiang wie Khotan und Turpan hatten. Diese Region wurde kurzzeitig von den Kushans unter Kanishka regiert, was den buddhistischen Missionaren Zugang zu den Städten des Tarim-Beckens ermöglichte.
Wichtige buddhistische Persönlichkeiten aus dem Großraum Gandhāra, die in China als Übersetzer fungierten, waren Lokakṣema, An Shigao, Dharmarakṣa (265–313), Zhi Qian (220–252), Jñānagupta (561–592) und Prajñā (ca. 810).

Die Vajrayana-Buddhisten aus der Region Gandgāra im Großraum Gilgit und aus dem Swat-Tal hatten erheblichen Einfluss auf die Etablierung des tibetischen Buddhismus. Xuanzang stellt während seiner Reisen in diese Region fest, dass er viele tantrische Buddhisten gefunden habe.
Die Präsenz des tantrischen Vajrayana in der Region im 7. und 8. Jahrhundert wurde durch neuere archäologische Funde bestätigt, darunter Felsenskulpturen von Avalokiteshvara, Vajrapani sowie eine Vajrayana-Siddha-Figur.

Textmaterial

Die buddhistischen Texte aus Gandhara sind die ältesten buddhistischen Manuskripte, die noch entdeckt wurden (ca. 1. Jahrhundert n. Chr.).
Das Material ist auf verschiedene Sammlungen in der ganzen Welt verstreut und zudem sehr fragmentarisch.
Die meisten Fragmente sind in der Gāndhārī - Sprache und der Karosthi - Schrift, entweder auf Birkenrinde - Manuskripten oder auf Palmblättern.

Buddhistische Triade : l->r : Kushan-Anhänger, Bodhisattva Maitreya, der Buddha, Bodhisattva Avalokiteshvara und ein buddhistischer Mönch

Die Gandhāra - Manuskripte enhalten Prosa - Sutras, Gedichte, Abhidharma, Vinaya, Avadana, Kommentare und Mahayana Texte.

In Ghandara wurde Material wie das Rhinoceros Sutra(Gāndhārī: Khargaviṣaṇa-sutra) gefunden, das den Texten des Pali-Kanons entspricht sowie eine Parallele zum Anattalakkhana-Sutta hat. Der Kult des Bodhisattva Maitreya war während des Kushan-Reiches besonders stark, wie die Fülle der in Gandhāra gefundenen Maitreya-Bilder zeigt.

Einige Reine - Land - Sūtras des Mahayana wurden schon 147 n. Chr. aus der Gandhāra-Region nach China gebracht, mit der Arbeit des Kushan-Mönchs Lokakṣema, der wichtige Mahayana-Sutras wie das Aṣṭasāhasrikā Prajñāpāramitā Sūtra übersetzte.
Die frühesten dieser Übersetzungen zeigen, dass sie aus der Gāndhārī-Sprache übersetzt wurden.

Das Lokakṣema-Korpus betont asketische Praktiken und die Behausung des Waldes und die Absorption in Zuständen meditativer Konzentration.
Einige Gelehrte verfolgen auch das Längere Mahāyāna Sukhāvatīvyūha Sūtra während des Kushan-Reiches in die Gandhāra-Region.

Literatur

Maitreya - Gandhara

Weblinks