Buch Baruch

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Das Buch Baruch ist ein apokryphes Buch des Alten Testaments und gehört zusammen mit dem Brief des Jeremia und den Klageliedern zum Kreis der jeremianischen Schriften.

Buch Baruch

Da es sowohl auf das Prophezeihungen des Alten Testaments als auch auf das Sirachbuch und Daniel 1-9 zurückgreift, ist es wahrscheinlich im 2. Jh. v. Chr. in Jerusalem entstanden.

In seiner heute vorliegenden Form weist es viele Ähnlichkeiten mit der griechischen Theodotion-kaige - Version des Buches Daniel auf. Das Buch wurde nicht in den jüdischen Kanon aufgenommen. Es wird aber in katholischen Kreisen und von den orthodoxen Christen nicht aber von den Protestanten als Teil der Bibel betrachtet.

Inhalt

Das eigentliche Buch Baruch ist nur auf griechisch in der Septuaginta (LXX) überliefert und nicht von Baruch in der Exilzeit verfasst worden. Der Autor und der genaue Entstehungsprozess sind nicht bekannt. Wahrscheinlich wurde das Buch im 1. Jahrhundert v.Ch. aus mehreren Teilen zusammengestellt und mit einem Vorwort und einigen überleitenden Abschnitten versehen.[1] Die lateinische Textüberlieferung fügte dem Baruchbuch als sechstes Kapitel den apokryphen Jeremias - Brief hinzu.

Neben dem deuterokanonischen Baruch-Buch werden drei weitere apokryphe Schriften mit dem Namen Baruch in Verbindung gebracht:

  • 2. Baruch, auch syrische Baruch-Apokalypse genannt
  • 3. Baruch, auch griechische Baruch-Apokalypse genannt
  • 4. Baruch, auch Paralipomena Jeremiae genannt, enthält weitere Erzählungen um den Propheten Jeremia

Das Buch hat mehrere Kapitel

  1. Abfassung und Verlesung des Buches in Babylonien, Übersendung zur Verlesung nach Jerusalem
  2. Bußgebet Baruchs für Israel: Israels Schuld und Bestrafung - Gottes Gerechtigkeit und Erbarmen
  3. Baruch 3,9-4,4 Mahnrede Baruchs an Israel: Umkehr zum Gesetz, Gottes Weisheit zum Leben
  4. Baruch 4,5-5,9 Verheißungsrede Baruchs an Israel und Jerusalem: Die Heimkehr der Zionskinder mit Israel nach Jerusalem

In der Einleitung geht es um eine Geldsammlung der babylonischen Juden. Daran schließt sich ein Bußgebet bis zum Kap. 3,8 an. Die nachfolgenden Verse preisen die den Menschen von Gott geschenkte Weisheit. Es sei weise, das Gesetz Gottes zu halten (Kap. 3,9 bis 4,4). Zum Schluss beklagt eine Witwe namens Jerusalem in Liedern das Schicksal ihrer Kinder. Ihr wird Trost zugesprochen verbunden mit der Hoffnung auf eine schnelle Schicksalswende (Kap. 4 und 5).

Literatur

  • Harwell, R.R., The Principal Versions of Baruch, Diss. Yale University l9l5
  • Hoberg, G., Die älteste lateinische Übersetzung des Buches Baruch, Freiburg i.Br. 1902
  • Kneucker, J.J., Das Buch Baruch, Leipzig 1879. Moore, Carey A., Art.: Jeremiah, Additions to, in:
  • ABD III, 698–706, insb. 703ff. (gute Übersicht, ältere Lit. ebd. zusammengetragen)
  • Swete, Henry Barclay, An Introduction to the Old Testament in Greek, Cambridge 1902
  • Ziegler, Joseph (Hrsg.), Ieremias – Baruch – Threni – Epistula Ieremiae, Göttingen 1957
  • Tov, Emanuel, The Relation Between the Greek Versions of Baruch and Daniel, in: ders. (Ed.), The Greek and Hebrew Bible. Collected Essays on the Septuagint [VT.S 72] Leiden – Boston – Köln 1999, 519–526 (Erstpublikati on in: Stone, M.E. (Ed.), Armenian and Biblical Studies, Jerusalem 1976, 27 – 34).

Referenzen

Weblinks