Aghori

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Die Aghori - Sadhus (Aghori Pantha, Aughara Pantha) sind eine tantrische Sekte des sog. linken Pfades(Vama-achara) und Verehrer von Bhairava - Shiva und von Durga mit Namen wie Swacchanda-Bhairava und Aghora-Bhairava. Er wurde von Brahma Giri, einem Schüler Gorakhnaths, begründet und hat hat heute nur noch wenige tausend Mitglieder. Sie gilt als Nachfolge-Organisation der berüchtigten tantrischen Sekte der Kapalikas.

Die Aghoris haben verschiedene Gruppen : Lingayata - Sampradaya, Karalingi - Sampradaya, Ganapathi Pantha, Kapalika Pantha und Kina Rama Pantha. Im 18ten Jh. gründete Baba Kina Rama das Kina Rama Aghori Pantha, die auch Haushältern die Mitgliedschaft ermöglicht. Heute wird sie auf ca. eintausend Mitglieder geschätzt, von denen ein Großteil in Varanasi lebt, wo sich das Grab von Kina Rama befindet.

Aghoras sind berüchtigt dafür gesellschaftliche Tabus zu brechen und für ihre strenge Askese bekannt. Sie suchen oft die Einsamkeit des Verbrennungsplatzes, um ihre geheimen Yogaübungen ungestört ausführen zu können und um Furchtsamkeit zu überwinden.

Die Bettelschale der Aghoris ist ein menschlicher Schädel. Der chinesische Reisende Xuanzang berichtete im 7. Jahrhundert von aschebemalten Asketen, die einen Rosenkranz (Mala) aus Totenköpfen trugen.

Ein Aghori

Lehre

Das Wort Aghora bedeutet soviel wie nicht schrecklich, nicht furchtsam, angenehm oder mild. Aghor ist ein einfacher und natürlicher Zustand des Bewusstseins(Sivajnana), in dem weder Furcht noch Hass noch Ekel oder Diskriminierung stattfinden[1]. Wegen ihrer monistischen Lehre sehen die Aghoris alle Gegensätze als letztlich illusorisch an.
Die Hauptgottheit ist Aghora Murthi, eine Manifestation von Shiva als Swetharanyeshwarar, der Gott des weissen Waldes, der auch Thiruvenkaaatu-eswara genannt wird. Seine Gefährtin ist die Göttin Brahma Vidyanayaki, die auch Mutter Vidyambal genannt wird.

Die Philosophie der Aghoris basiert auf zwei Prinzipien :

  • Shiva ist vollkommen, d.h. er ist allwissend, allgegenwärtig und allmächtig.
  • Shiva ist verantwortlich für alles was geschieht, für alle Bedingungen, Ursachen und Wirkungen.
Ein Varanasi - Sadhu

Aghora

Aghora (nicht schrecklich, nicht furchtsam) ist das nach hinten schauende der 5 in der Pancha Brahma - Upanishad erläuterten Gesichter Shivas, das mit Buddhi assoziiert wird. Es ist nach Süden gerichtet und regiert über das Element Agni(Feuer) und steht für die Macht, die das Universum absorbiert und erneuert. In diesem Zustand wird Shiva ikonografisch folgendermassen dargestellt :

  1. Er hat ein schreckliches Gesicht und acht Hände. Diese halten einen śula (Speer), eine ḍamaru (Trommel), eine pāśa (Schlinge), eine kapāla (Schädeltasse), einen daṇḍa (Stab), einen cāpa (Bogen), einen bāṇa (Pfeil) und ein asi (Schwert) oder kliadga.
  2. Der Hals ist blau und der restliche Körper ist schwarz.
  3. Der Körper ist entweder nackt oder mit Elefantenhäuten oder Löwenhäuten bekleidet.
  4. Schlangen und Skorpione bilden die Ornamente [2]

Die Aghoramurthy - Form von Shiva wird allgemein mit den Ereignissen verbunden, während denen Shiva seine schreckliche Form annahm, um die Dämonen oder die Bösen zu töten. Aghoramurthy und Bhairava-Murthy sind korrelativ.

Auch die Yāmala-Schule zählte zur linken Strömung. Hier fand der Verehrung der weiblichen Gottheit Aghoreśvarī (Canda Kapalini) und ihres Gefährten Kapālīśa-Bhairava statt. Im Mittelpunkt stand das Brahma Yamala-Tantra.

Sadhana

In der Sadhana sind extreme Mittel wie Askese üblich.

Das Aghora - Mantra des Aghora Maharishi hat 51 Buchstaben : aum hrong aghore ghore hungm,ghortare hungm; aum hreengm kleengm, sarvatah sarvaange, namaste rudra roope hungm.
Das Aghora - Mantra aum aghorebhyo’tha ghorebhyo aghoraghoretarebhyaḥ - sarvataḥ śarvaḥ sarvebhyo namaste rudra rūpebhyaḥ entstammt der Mahanarayana Upanishad 19.1. Es ist eines von fünf ‘pañcabrahma-Mantras’ in der Verehrung und Meditation über den Mahādeva. Die Upanishade empiehlt das Panchakshara - Mantra Na-ma-si-va-ya.

Nach Abhinavagupta ist es oṃ aghore hrīḥ iti aghoryāḥ.

Einige als Vamacharis bekannte Aghoris nutzten ihre Energien für Heilzwecke.

Aghora Trimurti-Sadashiva Statue

Literatur

Referenzen

Weblinks